Warum Gilbert Tillmann sich nicht ganz über seinen zweiten Platz freuen konnte (Video)

Gilbert Tillmann und Claus-Dieter – ein Traumpaar wie es im Buche steht. Beim 89. Derby ritt er eine 0 Runde im „schwersten Parcours der Welt“. Im Stechen hatte das Traumpaar einen Fehler und sicherte sich so den zweiten Platz hinter Matthew Sampson. Kein Grund traurig zu sein, oder?

„Das mit Claus-Dieter und mir ist einfach schön“, so Gilbert Tillmann

Doch so ganz Happy sieht Gilbert Tillmann nur wenige Minuten nach seinem Ritt nicht aus. „Ich weiß morgen wird wieder das Telefon klingeln, und eventuell macht jemand ein Angebot was der Besitzer von Claus-Dieter nicht ausschlagen kann.

Tillmann hatte bereits im vergangenem Jahr Claus-Dieter zur Verfügung gestellt bekommen, danach wurde das Pferd aber wieder von der Tochter des Besitzers geritten, bis vor drei Monaten er wieder zu Tillmann kam. Tillmann ist sichtlich mit dem Tränen am kämpfen, als er erzählt warum er sich nicht so ganz freuen kann.

 

Casall ASK verabschiedet sich mit einem Sieg in den Ruhestand

Casall ASK verabschiedet sich mit einem Sieg in den Ruhestand

Tausende Zuschauer sind gerührt beim sensationellen Erfolg des Ausnahmepferdes im Longines Global Champions Tour Grand Prix von Hamburg
Das schafft nur ein Hollywood-Drehbuch, oder die Realität im Spitzensport: Im allerletzten Springen seiner langen Karriere gewann der 18 Jahre alte Holsteiner Hengst Casall ASK mit seinem Reiter Rolf-Göran Bengtsson (SWE) die fünfte Etappe der Longines Global Champions Tour in Hamburg. Und dies mit riesengroßem Vorsprung. So, wie sich das eben für dieses Jahrhundertpferd gehört, das im vergangenen Jahr schon die Gesamtwertung der höchstdotierten Serie der Welt für sich entscheiden konnte. Alle, Zuschauer, Konkurrenten und Pferdefreunde von überall her drückten die Daumen – und es wurde wahr. Tausende von Zuschauern feierten das Pferd und wollten nicht mehr aufhören zu jubeln. Mit fehlerfreier Runde in 42.69 Sekunden ließen die beiden Sieger dem Niederländer Harrie Smolders und Don VHP keine Chance (0/45.13 Sek) und hatten im Stechen mehr als zwei Sekunden Abstand. Dritter wurde Christian Ahlmann (GER) nach ebenso fehlerfreier Runde in 45.57 Sekunden. Das letzte Preisgeld in Höhe von 99 000 Euro war eine schöne Belohnung, doch die Anerkennung aller war gefühlt ebenso viel wert.
Bei strahlendem Sonnenschein, vollen Tribünen und sehr guten Bedingungen hatten die 23 Reiter, die sich für den Longines Global Champions Grand Prix von Hamburg qualifiziert haben, einen schweren, von Parcourschef Frank Rothenberger gestalteten Parcours zu absolvieren. Fünf Paare hatten sich für das abschließende Stechen qualifiziert, darunter die beiden Deutschen Laura Klapphake – eine der jungen nachkommenden Talente – und Christian Ahlmann, Harrie Smolders (NED) und der Brasilianer Jury Mansur. Unter tosendem Applaus hatte es noch ein Paar geschafft: der ewig junge 18 Jahre alte Casall ASK, mit seinem schwedischen Reiter Rolf-Göran Bengtsson beim allerletzten Turniereinsatzes des unvergleichlichen Holsteiner Hengstes. Im Anschluss daran wurde das Jahrhundertpferd, lange geplant, feierlich verabschiedet. Was für eine Dramaturgie! Gänsehaut und feuchte Augen bei tausenden von Zuschauern in Erwartung noch vor dem abschließenden Sieg und frenetischer Jubel bei der anschließenden Siegerehrung und der Abschiedszeremonie.

Zuvor fand die fünfte Etappe der Global Champions League statt. Scott Brash und Denis Lynch vom Team Miami Glory blieben als einziges Team in beiden Runden fehlerfrei (0/151.20 Sek). Sie siegten im immer wichtiger werdenden Mannschafts-Wettbewerb vor Chantilly Pegasus (4/ 146. 84 – Martin Fuchs, Lauren Hough) und Doha Fursan Qatar ( 6/ 159.50 – Sheik Ali Al Thani, Bassem Mohammed). Nach fünf von 15 Etappen des hochdotierten Teamwettbewerbs liegt nun die Mannschaft Hamburg Diamonds mit 98 Punkten vorne.

Jan Tops, Präsident der LGCT: „Casall ASK ist einfach ein überragendes Pferd und zusammen mit Rolf-Göran ein überragendes Paar. Die beiden haben über die vergangenen zehn Jahre durchgehend auf einem so hohen Niveau vorne mitgemischt und sich jetzt auf diese Art und Weise zu verabschieden, ist nicht nur eine Aussage über die Qualität von Pferd und Reiter, sondern auch, wie gut das Pferd gemanagt und eingesetzt wurde, das erlebt man nicht oft im Leben.“

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Casall ASK – ob er die aktive Zeit vermissen wird? – Foto: Stefano Grasso / LGCT

Rolf-Göran Bengtsson, Sieger der LGCT Hamburg: „Das Gefühl war, als ob er elf wäre. Er macht seinen Job und je mehr Publikum er hat, umso motivierter ist er. Es war ein Heimspiel vor heimischen Publikum und er hat es mehr als verdient, so gefeiert zu werden.“

Christian Ahlmann, Drittplatzierter beim LGCT Hamburg: „Rolf-Göran ist der verdiente Gewinner und ich will nicht nur ihm gratulieren, sondern dem gesamten Team, das Casall ASK über die ganzen Jahre so gut versorgt und gesund gehalten hat. Dafür gebührt einfach Respekt!“

Denis Lynch sichert sich drittes Auto mit Stern

Es war natürlich eine Sensation, dass der irische Top-Reiter Denis Lynch seinen dritten Mercedes in Hamburg gewonnen hat. Im Mercedes-Benz Championat von Hamburg ließ er die Konkurrenz im Sattel von RMF Echo mit einer halben Sekunde Abstand im Stechen hinter sich und auch die Ehrenrunde im nagelneuen Mercedes-Benz C-Klasse Cabriolet C 200 war spektakulär. „RMF Echo ist erst seit einem halben Jahr bei mir, er war schon einige Male sehr gut platziert in Fünf-Sterne-Prüfungen, er ist ein echter Kämpfer“, attestierte Lynch seinem Erfolgspartner. Lynch hatte keine geringere als die hochdekorierte US-Amazone Lauren Hough mit ihrer Nummer eins im Stall, Ohlala, hinter sich gelassen: „Die Stute hatte ein bisschen Pause, sie hat sehr viel Energie und ich glaube, sie hat noch genug Reserve für eine richtig gute Runde am Samstag“, unkte Hough. Auf Platz drei sprang einerseits unverblümt und unbedarft, andererseits mit viel Übersicht und stilistisch herausragend eine junge Dame, die schon jetzt als Shooting-Star 2017 bezeichnet werden darf: die Niederländerin Sanne Thijssen. „Ich hatte ein Supergefühl mit Con Quidam Rb, die erste Hälfte im Stechen war richtig schnell, in der zweiten hab ich dann eine Distanz nicht im Vorwärts erwischt“, lautete die reflektierte Analyse der erst 18-Jährigen. „Ich persönlich bin jetzt das zehnte Mal beim Mercedes-Benz Championat von Hamburg dabei“, erinnert sich Bernd Zierold, Mercedes-Benz Vertriebsdirektor PKW Nord, „und es ist einfach toll, dabei zu sein, wenn so eine junge Dame auftaucht, die den etablierten Reitern fast den Sieg wegschnappt, das ist toll für den Sport und macht es unheimlich spannend!“

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Der Sieger im Mercedes-Benz Championat von Hamburg: Denis Lynch (IRL) mit RMF Echo Foto: Sportfotos-Lafrentz

Das Mercedes-Benz Championat von Hamburg lieferte darüber hinaus die erste Wertung für die Global Champions League-Etappe von Hamburg. Auch hier hatte Denis Lynch die Nase vorne. Zusammen mit seinem Team-Kollegen Scott Brach (GBR), der Hello Forever gesattelt hatte, setzte er das Team Miami Glory in eine aussichtsreiche Position für die zweite und entscheidende Wertung, denn mit dieser Vorlage befindet sich das Team Miami Glory sozusagen in der Pole-Position. Wie die Punkte in der Global Champions League (GCL) letztlich in Hamburg verteilt werden, entscheidet sich am Samstag, unmittelbar vor dem Longines Global Champions Tour Grand Prix of Hamburg, dann nämlich treten die Teams in der zweiten Wertung der GCL an. Hier können auch taktische Entscheidungen der Teams noch Einfluss nehmen, denn die Teams können in ihrer Besetzung sowohl bei den Pferden als auch bei den Reitern noch Veränderungen vornehmen.

Deutsches Spring- und Dressur-Derby TV-Zeiten

Das Deutsches Spring- und Dressur-Derby im TV

Am Derby-Sonntag haben im vergangenen Jahr 1,1 Millionen Menschen die Entscheidung im 87. Deutschen Spring-Derby am Fernseher verfolgt – eine der besten Quoten in der Geschichte der Reitsportübertragung. Wer vom 24. bis 28. Mai 2017 nicht vor Ort dabei sein kann, muss auch in diesem Jahr keinesfalls auf das Derby verzichten. NDR, ZDF und Eurosport berichten und übertragen das Kultevent live aus Hamburg-Klein Flottbek.

Der Norddeutsche Rundfunk liefert als erste Übertragung vom Derby-Platz das Mercedes-Benz Championat von Hamburg auf die Bildschirme. Zweieinhalb Stunden können die Zuschauer diese Spitzenprüfung verfolgen, bei der die Weltreiterelite um ein schickes Auto mit Stern reitet. Einen Tag später überträgt der NDR dann den Preis der Deutschen Kreditbank AG, gleichzeitig zweite Qualifikation zum Deutschen Spring-Derby und Wertungsprüfung für die DKB-Riders Tour. Traditionell wird zudem am Derby-Freitag die beliebte Magazinsendung DAS! Rote Sofa live aus Klein Flottbek gesendet. Wenn am Samstag im Longines Global Champions Tour Grand Prix of Hamburg für die prestigeträchtige Serie gepunktet wird, ist der NDR natürlich auch live dabei. Am Sonntag übernehmen dann die Kollegen vom ZDF und liefern die Bilder des von J.J.Darboven präsentierten 88. Deutschen Spring-Derby in die Welt.

Auch Eurosport wird abends in gewohnter Weise zeitversetzt die Qualifikation zur Longines Global Champions Tour ausstrahlen, und zwar im Format „Horse Excellence“.

TV-Zeiten im Überblick:

Donnerstag, 25. Mai 2017, 14.30 – 17.00 Uhr,
NDR Sportclub live: Mercedes-Benz Championat von Hamburg

Freitag, 26. Mai 2017, 15.30 – 17.35 Uhr, NDR Sportclub live
Preis der Deutschen Kreditbank AG, 2. Quali. Dt. Spring-Derby

Freitag, 26. Mai 2017, 18.45 – 19.30 Uhr, NDR DAS! Rote Sofa

Samstag, 27. Mai 2017, 15.30 – 17.30 Uhr, NDR Sportclub live:
Longines Global Champions Tour Grand Prix of Hamburg

Sonntag, 28. Mai 2017, 15.55 – 17.00 Uhr, ZDF SPORTextra:
J.J.Darboven präsentiert: 88. Deutsches Spring-Derby
Wertungsprüfung zur DKB-Riders Tour

Foto: Thomas Hellmann