#MyStory Ruhe in Frieden mein Herzenspferd Palona 

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#MyStory Ruhe in Frieden mein Herzenspferd Palona

Wir waren von Anfang an füreinander bestimmt, das Schicksal hat uns nur später zusammen geführt
Meine Reitbeteiligung Remy wurde damals von heute auf morgen verkauft. Ich wollte mit dem Reitsport aufhören, alles aufgeben, ich war traurig, weil er mir sehr am Herzen lag. Mir wurden vom Schulbetrieb sämtliche Pferde angeboten aber es machte keinen Spaß mehr.
Und am 26.01.2008 sah ich dich. Ich ging nichts ahnend zur Halle und sah, wie du von der Stallbesitzerin longiert worden bist. Minutenlang schaute ich dir zu. Der Satz “Es war Liebe auf den ersten Blick“ bekam plötzlich eine Bedeutung.
Damals kamst du vom Schlachter, abgeschoben, weil du nicht mehr ‚zu gebrauchen‘ warst. Im Hohen Springsport bis M** warst du unterwegs, viele Menschen hast du zum lachen gebracht, du hast gekämpft und alles gegeben. Bei den Vorbesitzern aus Essen hattest du ein schönes Leben, du wurdest geliebt, aber damals konnten sie dich nicht behalten aus privaten Gründen. Du wurdest zurück gebracht und von da aus bist du irgendwie, irgendwann beim Schlachter gelandet.
Doch man sah, dass es für dich nicht vorbei war, du hast weiter gekämpft. Lange Zeit warst du Schulpferd, einer der besten. Ich habe lange um dich gekämpft, dass ich dich als Reitbeteiligung bekomme und am 06.05.2008 war es dann auch offiziell.
4 schöne Jahre haben wir zusammen verbracht, bis ich kurz eine Reitpause einlegen MUSSTE. Aber als ich hörte, dass du eine Kolik hattest und es dir nicht so gut ging, habe ich meine Beine in die Hand genommen und bin zu dir gefahren. Ich war unendlich traurig, dass ich dich 3 Monate alleine gelassen habe, du sahst überhaupt nicht gut aus. An dem Tag beschloss ich dich zu kaufen. Ich machte einen Ferienjob , sparte das Geld und traute mich Mitte Juli die Stallbesitzerin zu fragen, ob ich dich ihr abkaufen könnte. Sie bejate es direkt und am 28.07.2012 erfüllte ich mir meinen Mädchentraum vom eigenen Pferd, da warst du grade 20 Jahre jung.

 

Unsere Zeit

Viele schöne Jahre haben wir zusammen genossen.
Jedes Tief hat uns zusammen geschweißt. Jedes Hoch hat uns glücklich gemacht.
Wir sind als Team herangewachsen, haben nicht auf andere geschaut, haben das getan was uns gut tat. Es war egal was andere sagten, wir hatten uns. Von Zeit zu Zeit lernte ich dich richtig kennen, lernte deine Schritte zu lesen und deine Gestiken und Mimiken zu verstehen. Du hast es mir oft nicht leicht gemacht, denn du wolltest immer stark für mich sein. Aber ich war besser! Ich wusste genau, wann es dir gut ging und wann nicht. In den Jahren wurden wir eins, eine Einheit, ein Team, Du & Ich , Dilan & Palona.
Ich habe dir blind vertraut, denn du wusstest, was meine Seele bewegt. Mit dir habe ich mich frei gefühlt, von Sorgen, Problemen, von allem.
Deine Geduld habe ich immer bewundert. Egal welche Niederlagen wir überstehen mussten, du warst geduldig und immer sehr Weise in dem was und wie du es getan hast.
Doch so wie das Schicksal uns zusammengeführt hat, so würde das Schicksal uns auch wieder trennen, wenn der Zeitpunkt da ist, egal wie sehr man dagegen ankämpft.
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Wir kämpften miteinander füreinander

Am 13.08.2015 begann der Kampf. Ein Tag zuvor waren wir ausreiten, du bist umgeknickt und dennoch war das Bein nicht dick. Ich habe stundenlang am Stall gewartet, vorsichtshalber gekühlt, doch am nächsten Morgen um 7:21Uhr klingelte mein Handy: “Dilan, dein Pferd steht auf 3 Beinen, wir bekommen sie nicht aus der Box, sie bewegt sich keinen Milimeter.“ Der Schock meines Lebens. Ich fuhr sofort in Stall und sah, dass du Schmerzen hattest. Zufällig kam ein Tierarzt angefahren und schaute sich dein Bein an ‚Fesselringbandsyndrom‘ , wir mussten in die Klinik. Erst war der Verdacht auf ein Hufgeschwür, dann wurde es nicht besser. Wir fuhren erneut in die Klinik, es war tatsächlich das Fesselringband, verdickt, verengt, Verkalkungen in  der tiefen Beugesehne. Man riet mir zur OP , aber du hättest das damals nicht gepackt, du warst sehr schwach und nicht klar im Kopf. Ich kannte dich, ich wusste das.
Ich habe alles in meiner Macht stehende getan für dich, medizinisch, homöopathisch, andere Heilungsmethoden. Es gab immer ein auf und ab, aber die guten Zeiten überwiegten doch.  Bis es dir dann doch so schlecht ging, dass ich dich am 24.01.2017 operieren lassen habe. Du hast das wie eine Weltmeisterin überstanden und dich super erholt. Nach der Fesselringband OP ging es steil bergauf, du warst Schmerzfrei, hast die meiste Zeit auf der Wiese verbacht, die Nachuntersuchungen waren immer super und unser TA war echt begeistert wie toll der Heilungsprozess lief.
Eines Tages wurdest du auf dem Paddock von einem anderen Pferd getreten, mehrmals auf das operierte Bein, leider schwoll das Bein an, du warst wieder Lahm und hattest schmerzen. Beim Ultraschall kam raus, dass du eine leichte Entzündung wieder in der Sehnenscheide hattest und so fingen wir wieder von vorne an.
Aber auch das bekämpften wir zusammen und nach einigen Wochen saß ich auf deinem Rücken, so ganz konnte ich es zwar nicht realisieren, aber wir genossen die zwitschernden Vögel im Wald.
Alles war gut, wir machten Bodenarbeit, all möglichen Blödsinn und waren froh, alles überstanden zu haben. Die letzte Nachuntersuchung war auch zufriedenstellend.
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At some point we all have to let go

Als ich Sonntag im Stall war, putze ich Palona , schmuste mit ihr und beschloss spontan sie ein wenig in der Halle zu reiten. Es gab zwei bis drei Blicke von ihr, die mir sagten, irgendetwas stimmt nicht. Als ich mich drauf setze und wir Schritt gingen, wusste ich wieso. Sie lahmte. Ich stieg ab und schaute mir das Bein an. Ich konnte förmlich sehen wie das Bein anschwillte. Sie bekam Schmerzmittel von mir und dann war es auch wieder okay. Ich wollte mir am Montag das Bein nochmal anschauen und dann einen TA rufen. Der TA musste früher kommen, Palona kolikte, Krampfkolik wegen der Schmerzen im Bein. Sie bekam eine Spritze und ich vereinbarte einen Termin in der Klinik zur Untersuchung. Ich werde den Satz von meinem TA nicht vergessen können “Ich weiß nicht, ob es Sinn macht, da noch etwas zu machen“ er schwieg, schaute mir lange in die Augen und ich wollte verdrängen, was er mir damit eigentlich deutlich machen wollte.
Als ich Palona am Mittwoch (21.06) in die Klinik brachte, musste sie die Nacht dort bleiben.
Ich sollte am Donnerstag nach der Untersuchung einen Anruf kriegen, aber ich wurde ziemlich nervös, als der Anruf in der früh nicht kam.Erst am späten Nachmittag wurde ich angerufen und das Gespräch verlief diesmal anders, das Gespräch ging auch ziemlich lang. Als der Dr. mir sagte, dass er auf mich warte bis ich komme, fing ich an zu verstehen, was er mir eigentlich sagen wollte.
Ich fuhr sofort in die Klinik, aber ging zuerst zu Palona.
Den Anblick werde ich nie vergessen. Mein Pferd, mein starkes Pferd, meine Kämpferin stand mit gesenktem Kopf in der Ecke. Sie war erschöpft und müde, so erschöpft, dass sie keinen Schritt auf mich zu gehen konnte. Wenn ich sie angefasst hätte wäre sie umgekippt, da war ich mir sicher. Mein Herz fing an zu schmerzen und die Tränen kullerten mir die Wangen runter.
Waren wir jetzt am Ende ? Ist hier unser Weg vorbei?
Im Gespräch zeigte mir der Dr. die Röntgenbilder und ich erstarrte. Die komplette Sehne war fortschreitend verkalkt und die Sehnenscheide wieder entzündet.
Mir wurde die Luft zum atmen geschnürt, mein Herz raste und ich zitterte am ganzen Körper.
Der Dr. schaute sich Palona’s AKte an und sagte, dass ich alles Menschenmögliche für sie getan habe und die Möglichkeiten nun ausgeschöpft sind, es gibt nichts mehr was ich tun könnte, um die fotschreitenden Verkalkungen  in der Sehne zu stoppen. Selbst eine zweite OP hätte sie nicht mehr am Leben halten können.
 Er hat DAS Wort nicht ausgesprochen, aber er sagte, dass ich Palona auch in der Klinik lassen könnte.
Das soll es gewesen sein? Unser Weg ist hier zu Ende? Es war doch grade alles so gut? Es ging doch jetzt bergauf und wir waren glücklich! Und von jetzt auf gleich riss mir das Schicksal den Boden unter den Füßen weg. So unreal, so unwirklich, einfach nicht echt.
Auf dem Weg zu Palona in die Box überlegte ich, was ich noch tun könnte, aber als ich vor ihr stand und sie sah, lief es mir eiskalt den Rücken runter. Der einzige Gedanke den ich in diesem Augenblick hatte war, es ist vorbei. Sie so zu sehen brach mir das Herz. Ich wusste, dass Palona mir ein Zeichen geben würde und das tat sie in diesem Moment, ganz deutlich.
Es war Zeit Abschied zu nehmen von meinem Seelenpartner.
Sie sollte nicht leiden und ich wäre ein Egoist gewesen, wenn ich diese verdammt scheiß schweren Entscheidung nicht getroffen hätte.
Seit dem 22.06.17  habe ich 24 Sunden im Stall verbracht.

Alles ist Endlich. Unsere Liebe ist für die Ewigkeit

Egal wie kurz oder wie lang man Abschied nehmen kann, es reicht nicht, niemals.
Ich habe sehr viel mit Palona geredet, ich habe ihr jeden Tag gesagt, was ich für sie empfinde, auch wenn es schwer gefallen ist, passende Worte zu finden. Es gibt so viele Dinge für die ich mich bedankt habe, so viele Fehler für die ich mich entschuldigt habe.
Und immer wenn ich mit ihr gesprochen habe stand sie vor mir und hörte mir zu. Wenn ich weinte trocknete sie mit ihren Nüstern meine Tränen von den Wangen.
Sie durfte in ihren letzen Tagen wie immer den ganzen Tag auf die Wiese, ich habe nichts geändert. Morgens ging sie auf die Wiese, ich blieb den ganzen Tag bei ihr und Abends holte ich sie rein. Wie jeden anderen Tag habe ich sie geputzt, ihren wundgescheurten Schweif gewaschen und behandelt.
Jede Nacht lag ich mit ihr in ihrer Box, wenn sie schlief. Immer wieder trocknete sie meine Tränen mit ihren Nüstern. Aus einer Decke habe ich mir jede nacht ein Kissen gerollt und sie legte ihren Kopf immer mit auf dieses Kissen, so dass ich ihren Kopf streicheln konnte.
So eine intime Vertrautheit habe ich zuvor zwischen uns nicht gespürt, es hat mich überwätigt.
Denn Palona hat mich nie in ihre Nähe gelassen wenn sie lag, all die Jahr nicht. Ich wusste schon immer, dass sie es für einen besonderen Moment erlauben würde. In diesen Nächten verstand ich, dass es für den Abschied war. Ich war unendlich traurig und dennoch war es wirklich besonders,  Palona zeigte sich niemals schwach, nicht mal mir gegenüber, sie kämpfte eigentlich immer.
Die letzte Nacht habe ich garnicht geschlafen und Palona total unruhig. Mein Magen drehte sich gefühlte tausend mal. Ich habe sie noch ganz normal auf die Wiese geführt, so dass sie mit ihren Weidepartnern die letzten Stunden genießen konnte.
Da war er, der 28.06.2017
Als die Tierärztin dann da war, meine liebsten Menschen bei ihr auf einer kleinen Wiese standen, ging ich los und holte Palonas Halfter, dass graue, das ich schon 5 Jahre habe. Es fühlte sich an wie ein Kilometerlauf zur Wiese. Meine Beine waren schwer wie blei und ich bekam kaum Luft. Als ich ihr das Halfter aufzog schaute sie mich an und ging langsam hinter mir her. Ich öffnete das Tor, ging mit Palona auf den Wiesengang, schloss das Wiesentor hinter uns zu und ringte nach Luft.
Wir gingen den Wiesengang entlang und biegten links ab. Da unten ist die kleine Wiese, auf der sie gleich für immer einschlafen sollte und meine liebsten Menschen warteten auf uns und vor allem auf mich, um mich aufzufangen.
Der Kloß im Hals vergrößerte sich, ich überlegte 2 Sekunden lang, ob es das richtige ist und ob ich nicht einfach mit Palona wegrennen sollte. Aber wohin? Und vorallem rennen? Palona konnte ja so schon kaum laufen. Ich weinte, ich war hilflos, ich hätte alles getan, wenn es denn noch etwas gegeben hätte, ich schwöre ich hätte mein letztes Hemd hergegeben. Palona merkte meine Anspannung, schaute mich an, näherte ihren Kopf auf höhe meines Herzens, ging dann hinter mich und schubste mich sanft nach vorn. Da wusste ich, es war okay, es ist das richtige.
Und wir gingen  beide los, Seite an Seite, Schritt für Schritt, so wie wir es immer getan haben.
Ihren Kopf senkte sie auf eine Höhe, dass ich sie mit meinem rechten Arm umarmen konnte. Es fühlte sich an, als würde ich sie tragen.
Und dann standen wir da auf dem kleinen Stück Wiese.
Die Tierärztin erklärte alles in Ruhe, sie war sehr einfühlsam.
Während der Sedierung habe ich immer wieder zu Palona gesagt, wie sehr ich sie liebe.
Die erste Spritze, die zweite Spritze und Palona fiel ganz sanft zur Seite und streckte ihren Kopf in meine Arme aus und schlief für immer ein.
Sie wirkte erleichtert, frei und friedlich.
Ich weiß nicht wie lange wir dort gesessen und geweint haben, irgendwann kam der Einzeltransporter der sie nach Holland ins Pferdekrematorium Westerhout bringen sollte.
So traurig und am Boden zerstört ich auch war, habe ich geholfen, Palona auf die Platte zu wenden, die dann vorsichtig und behutsam in den Hänger gezogen worde.
Sie hatte viel Platz da drin und wurde sehr sanft und mit höchster Vorsicht behandelt.
Ich bin direkt ins Krematorium Westerhout hinterher gefahren.
Nach 3 Stunden Fahrt war ich da. Ob man das so sagen kann, aber es ist ein wunderschönes Krematorium. Angekommen, war Palona schon da und wartete auf mich.
Ich ging hin zu ihr und verabschiedete mich nochmals.Dann wurde sie ganz vorsichtig und behutsam , ohne das sie irgendwo mit irgendeinem Körperteil gegenstoßen könnte in den Ofen geschoben und eingeäschert.
Ich blieb die Nacht in Holland und holte am nächsten Tag die Asche in einer wunderschönen Holzkiste und meine kleine Herzurne befüllt mit ihrer Asche im Krematorium ab und fuhr direkt ans Meer , Egmond aan Zee.
Mein größter Wunsch war es immer mit Palona an den Strand nach Holland zu fahren. Das tat ich, auf eine andere Art, in dem traurigsten Moment meines Lebens, aber ich habe es getan.
Palona liebte die Weite, das Wasser, die Freiheit. Es war der perfekte Ort ihre Asche auszustreuen, es war ein heftig emotionaler Moment für mich, den Deckel zu öffnen, die Asche zu streicheln und Palona ins weite weite Meer auszustreuen.
Die Herzurne hat bei mir Zuhause im Zimmer einen Ehrenplatz.
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Poem to a Horse

Liebe Palona,
ich habe dir versprochen, dich zu beschützen, für dich zu kämpfen, dich für immer zu lieben und an deiner Seite zu bleiben, bis zu deinem letzten Atemzug.
Ich habe versprochen, dir einen Würdevollen Abschied zu bereiten, ich hoffe, es ist mir gelungen, du hast es verdient!
Ach mein Engel! Keine Worte der Welt könnten je meine Liebe zu dir beschreiben.
Ich Danke dir für die unvergessliche Zeit, für 9,5 Jahre.
Ich bin unendlich stolz auf dich, du hast so viel gekämpft, du hast immer so viel gegeben, du bist gefallen und bist aufgestanden, immer mit Stolz und ich bin unglaublich glücklich, dass du mein Mädchentraum bist, den ich mir erfüllt habe.
Ich bin stolze Pferdebesitzerin und ich sage bewusst “ich bin“ , weil es einfach so ist!
Ich Liebe Dich, ich werde Dich immer Lieben und eines Tages werden wir uns wieder sehen.
In Liebe
Deine Dilan

 

Dankeswidmung

Ein riesengroßes Danke geht an Lea Schenker, die sich so liebevoll um die ganze Organisation gekümmert und mir beigestanden hat.
Danke an Wim, der Palona behutsam verladen hat und respektvoll mit ihr umgegangen ist. Danke an Rob, der mich liebevoll im Krematorium Westerhout in Empfang genommen
Danke an Paul, der am nächsten Tag der Einäscherung Palonas Asche vorsichtig ins Auto getragen hat.
Danke an meine liebsten Mädels, Svenja Orsogna, Melina Gambal und Laura Schäuble, die sich  rund um die Uhr um mich gekümmert haben und bei mir waren, als Palona für immer eingeschlafen ist.
Danke an meine Stallgemeinschaft, für die Geschenke und die Umarmungen.
Danke an Laura Hochstein und Lisa Lichtenhagen, die uns immer in die Klinik gefahren haben.
Danke an meine wundervolle Community für die lieben, aufbauenden Worte  und all die Jahre, die sie uns unterstützt und die Daumen gedrückt haben.
Und zu guter letzte, danke an die Vorvorbesitzer für die finanzielle Unterstützung, ohne Euch hätte ich Palona diesen Abschied nicht machen können.
Ich Danke euch allen vom Herzen!
Mein Abschiedsvideo an Palona
Und dann gibt es diese Begegnungen, die dein Leben ein Stück weit verändern.
Lea und ich haben jeden Tag miteinander geschrieben, sie hatte immer herzliche Worte für mich. Unsere Gespräche vertieften sich und irgendwann, so wie es manchmal kommt, hat sie mich gefragt, ob ich ihre Assistentin werden möchte. Natürlich sagte ich ja und wir wurden zum Team. Es ist mir eine riesengroße Ehre die Schätze der Tierbesitzer auf all ihren Wegen begleiten zu dürfen. Das Kümmern der verstorbenen Tiere bereichert mein Leben auf eine andere Art und Weise. So liebevoll und respektvoll man mit meiner Palona umgegangen ist, gehe ich mit allen verstorbene Tieren um.
Danke Lea für dein Vertrauen

#MyStory Vom Schlachtpferd zum Traumpferd

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Vom Schlacht- zum Traumpferd

Seitdem ich mich erinnern kann, verbringe ich so gut wie jede freie Minute auf dem Rücken eines Pferdes. Ich habe sehr großes Glück, denn da meine Mama Tierärztin ist, hatte ich immer gute Möglichkeiten, meinem Hobby nachzugehen. So durfte ich auch das Islandpferd einer Patientin meiner Mutter reiten. Dieses Islandpferd stand mit einer Herde Friesen auf der Weide.
Ich denke Friesen stellen für jedes kleine Mädchen, wie ich es damals war, mit ihren langen Mähnen und dem rabenschwarzen Fell, das absolute Traumpferd dar. So war es für mich jeden Tag, an dem ich das Pony besuchte, das absolute Highlight, wenn ich diesen „Prinzessinnenpferden“ eine Möhre zustecken durfte. Eines Tages bekam eine der Stuten auf der Weide ein Fohlen: Nantje. Ich konnte Stunden damit verbringen, diesem zuckersüßen und wunderhübschen Babypferd dabei zuzugucken, wie es die Welt erkundete und über die Weide tollte.
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Antonia mit ihrer Nantje

Ein folgenschwerer Unfall 

Als Nantje ein Jahr alt war, passierte dann das furchtbare: Als sie sich auf der Weide, welche mit Stacheldraht eingezäunt war, wälzte, blieb sie mit ihrem rechten Hinterbein im Zaun hängen. Die Folge: Beinahe sämtliche Sehnen und Bänder im Fesselbereich waren durchtrennt. Der Heilungsprozess war langwierig. Fast ein halbes Jahr musste Nantje in der Box stehen, durfte das Bein keinesfalls belasten. Dies führte jedoch zu einem weiteren, viel größeren Problem: Durch die ständige Entlastung des rechten Hinterbeines, wurde das linke dauerhaft überbelastet. Hierdurch bildete sich eine starke Arthrose, die sie in ihrer Bewegung stark einschränkte. Ihr damaliger Tierarzt gab ihr eine Lebenserwartung von fünf Jahren und erklärte sie für unreitbar. Für ihre damaligen Besitzer galt sie somit als wertlos. Sie beschlossen, sie, falls sich kein Interessent für sie finden würde, zum Schlachter zu geben. Aber welcher Mensch entscheidet sich schon für ein nicht reitbares Pferd mit unterschriebenen Todesurteil? Unter Tränen flehte ich meine Mutter an, dass wir Nantje doch übernehmen könnten. Wie bereits erwähnt, ist sie Tierärztin und hat daher ein sehr großes Herz für Tiere in Not. Da auch sie Nantje schon von Geburt an kannte, war sie nicht in der Lage, Nantje ihrem Schicksal zu überlassen. So kam Nantje zu uns.

Die ersten Jahre

Am 21.06.2006 zog Nantje bei uns ein. Zu diesem Zeitpunkt war sie zwei und ich war sieben. Ich verbrachte viel Zeit bei ihr. Meine Mutter beschaffte Zusatzpräperate, die Nantjes Gelenke unterstützten. Wie durch ein Wunder gelang es uns, dass sich ihre Arthrose nicht weiter verschlimmerte. Sie war von Anfang an so artig und man merkte förmlich, wie dankbar sie war, eine Chance bekommen zu haben. Ich konnte mit ihr stundenlang spazieren gehen und sogar mit Halfter und Strick mit ihr ausreiten. Schließlich entschlossen wir uns dazu, ein Fohlen mit ihr zu ziehen. Nach großem Zittern gelang es uns tatsächlich, dass Nantje ins Zuchtbuch eingetragen wurde. Wir suchten einen Hengst und Nantjewurde trächtig. Nach langen elf Monaten war es am 04.04.2009 endlich soweit: Das Fohlen, Hoopje, kam zur Welt. Nantje vertraute uns mittlerweile so sehr, dass wir bei der Geburt dabei sein konnten. Nantje blühte förmlich auf in ihrem neuen Leben als Mutter, war eine richtige Übermutti und ließ ihre Tochter keinen Moment aus den Augen. Hoopje war genau so hübsch wie ihre Mami, nur dass sie einen weißen Stern auf der Stirn hatte. Wir fuhren mit ihr zur Zuchtschau und die kleine Maus wurde als viertbestes Fohlen ihres Jahrganges ausgezeichnet. Da Nantjedie Mutterrolle so gut bekam, beschlossen wir, noch ein Fohlen mit ihr zu bekommen. Zwei Jahre später, am 25.04.2011, bekam sie dann ihre zweite Tochter, Jette. Jette war ebenso hübsch wie Hoopje, nur um einiges frecher. Mit ihrer großen Schwester tollte sie ausgelassen über die Weide und büxte auch regelmäßig aus, um die Stallgasse unsicher zu machen. Nachdem wir sie wieder eingefangen hatten, wurde sie dann von Nantje jedesmal zurück in ihre Schranken gewiesen, was ihr allerdings keinesfalls die Flausen aus dem Kopf trieb.
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Die Supermutti

Es geht voran

Nachdem wir Jette absetzten, beschloss ich zu versuchen, Nantje richtig zu reiten. Wir fingen klein an. Da Nantje noch nie richtig in ihrem Leben gearbeitet wurde, begann ich damit, sie täglich zu longieren, um Muskeln aufzubauen. Schließlich war die Zeit gekommen, aufzusitzen. Die ersten Reitversuche waren etwas wackelig, aber wie erwartet war Nantje ein Engel und ließ sich auf alles ein, was ich für sie parat hatte. Auch wenn ihr Taktfehler unverkennbar war, stellten wir mit Freude fest, dass ihre Arthrose sie auch beim Reiten kaum beeinträchtigte. Das einzige, was ihr schwer fiel, war Linksgalopp. Außerdem war ich auch immer darauf bedacht, nicht zu lange mit ihr zu arbeiten, aus Angst davor, das Bein doch überzubelasten.
Eine Sache, die wir besonders für uns entdeckten, war das Ausreiten. Ganz egal ob wir mit Freunden zur Alster ritten oder abends nur eine entspannte Runde um die Galoppbahn gingen – im Gelände fühlten wir uns immer wohl. Wir fuhren sogar ein Wochenende mit Freunden in die Heide, nur um neue Reitwege erkunden zu können.
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Ein Dreamteam

Der Rückschlag

Im Sommer 2013 kam dann der Schock: Als Nantje eines Tages von der Weide kam, konnte sie ihr rechtes Hinterbein nicht mehr aufsetzen. Bis heute wissen wir nicht, was genau passiert ist. Wir vermuten, dass sie entweder getreten wurde oder umgeknickt ist, aber das werden wir nie genau erfahren. Wir riefen Nantjes Tierarzt und sie bekam Schmerzmittel und eine Spritze ins Gelenk.
Doch ihr ging es nicht besser, eher im Gegenteil. Nach wochenlanger Boxenruhe, ließen wir schließlich ihr Bein röntgen. Das Ergebnis was ernüchternd. Innerhalb der paar Wochen nach dem Unfall hatte sich die Arthrose an ihrem Fesselgelenk stärker verschlimmert, als in den gesamten Jahren zuvor. Der Tierarzt sagte uns, dass er nichts mehr für sie tun könne und wollte sie noch am selben Tag einschläfern. Aber ich war nicht bereit, mein Herzenspferd gehen zu lassen. Und ich sah Nantje an, dass auch sie ihren Kampf noch nicht beendet hatte. Ich überzeugte den Tierarzt, uns noch drei Wochen Zeit zu geben – sollte es ihr dann immer noch nicht besser gehen, würden wir sie erlösen.
Meine Mutter hörte von einer Therapie mit Blutegeln, die angeblich bei Arthrose helfen solle. Wir waren etwas skeptisch, aber wir wussten, dass dies unsere letzte Chance war. Wir setzten also Blutegel bei ihr an – und das Ergebnis war unglaublich. Bereits nach einer Behandlung konnte Nantje ihr Bein wieder aufsetzen. Zwar war sie etwas wackelig auf den Beinen, aber immerhin konnte sie laufen. Wir wendeten die Therapie insgesamt dreimal an, immer mit wenigen Wochen Abstand zwischen den einzelnen Behandlungen. Mit Hilfe dieser Behandlungen erholte sie sich schnell. Sie war zwar lange nicht mehr so fit wie vorher, aber sie konnte wieder laufen und immerhin ein Leben auf der Weide war für sie wieder möglich. So entrann sie dem Tod ein zweites Mal um Haaresbreite.

Die Situation heute

Mittlerweile haben wir Nantje seit elf Jahren. Im Sommer wird sie 13 Jahre alt und hat somit ihre ursprüngliche Lebenserwartung von fünf Jahren mehr als verdoppelt. Ich bin unglaublich stolz auf meine kleine Kämpferin, die sich zu keinem Zeitpunkt auch nur für einen Moment aufgegeben hat.
Auch wenn ich sie nicht mehr reiten kann, freut es mich jedes mal wieder, wenn ich sehe, wie sehr sie ihr Leben auf der Weide genießt. Jeden Tag kommt sie abends wie ein Ferkel in die Box, weil sie nichts lieber tut, als sich im Matsch zu suhlen.
Was ich aus unserer Geschichte gelernt habe ist vor allem, dass man ein Pferd niemals voreilig aufgeben sollte. Denn meistens sind es diejenigen von denen man es am wenigsten erwarten würde, die einen am meisten überraschen.
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#MyStory Abschied nehmen von meinem Seelenpferd Lara

In unserer Rubrik #MyStory veröffentlichen wir Eure Geschichten, unzensiert und ungefiltert!  Ob Anonym oder mit Namen, ob besonders schön oder traurig. Oder argert dich etwas richtig und du möchtest zum Nachdenken anregen? Wir freuen uns über Eure Einsendungen mit dem Betreff #MyStory an redaktion@horse-flash.com

Abschied nehmen von meinem Seelenpferd Lara

Es gibt bestimmt Menschen, die das nicht verstehen, dass man ein Tier so lieben kann.
Im Juli 2009 habe ich dich das erste mal gesehen, du warst zauberhaft, ich war auf dem ersten Blick verliebt! Wir haben uns angeschaut und haben uns gleich blind verstanden. Keine 2 Wochen später hieß es, dass du verkaufst wirst. Ich hab mein ganzes erspartes zusammengekratzt,  doch mir war jemand voraus.  Der Vermittler sagte, ich müsse warten,  wenn die anderen Leute dich kaufen möchten, hätte ich eben Pech gehabt.  Doch du warst ein Pferd mit Charakter,  du hattest deinen eigenen Kopf,  wo die anderen Kaufinteressenten nicht mit zurecht kamen. Mir war es egal ,  weil ich nicht der „typische Reiter“,  sondern mehr der „Liebhaber“ bin.

Starke Pferdeschulter bei der schockierenden Krebsdiagnose

Ich hatte dann das Glück dich zu besitzen.  Doch schon nach kurzer Zeit wurdest du krank und wir mussten dein Auge entfernen lassen. Du warst immer so tapfer,  andere hätten dich aufgegeben,  doch ich wusste, dass wir eine schöne Zeit miteinander verbringen werden. Zur gleichen Zeit erkrankte ich an Rheuma und kurz drauf bekam ich Nierenkrebs. Mir ging es oft nicht gut,  hatte nicht die Möglichkeit mal zu weinen, wollte es nicht vor meinen Kindern,  wollte keine Schwäche zeigen,  doch bei dir konnte ich das. Ich konnte weinen und Schwäche zeigen ,  du Lara warst es, die mich aufgemuntert hat, die mich ins Leben zurückgeholt hat . Wir sind Seelenverwandt.  „So du mir so ich dir“ – Ich liebe dich einfach.
Werde dich immer begleiten, werde dich bis zum Ende an deiner Seite sein.
Ich habe immer gesagt; von dir möchte ich so gerne Nachwuchs haben. Jeder sagte mir, dass es nicht klappen würde. Die Vorbesitzer haben es schon öfter versucht, und du hättest nicht „aufgenommen“. Es war mir dann aber auch egal.
Ich hatte einen eigenen Stall gefunden, wo ich dich mit Tessa umgestallt habe. Ich habe versucht es dir so schön wie möglich zu machen. Du konntest Tag und Nacht raus. Wir wuchsen immer mehr zusammen, meine Liebe zu dir wurde immer stärker.Dann bekamst du eine chronische Bronchitis und ich habe mir geschworen, dir zu helfen und dir genauso zur Seite zu stehen, wie du mir zur Seite gestanden hast. Dank meines Tierarztes haben wir es auch geschafft, dass es dir gut ging. Ich stellte dich auf Späne und ich kaufte dir ein Inhaliergerät, womit es dir dann von Tag zu Tag besser wurde. Du sahst so glücklich aus und ich dachte mir, dass ich es doch versuche mit dem Nachwuchs.

Ein Fohlen von Lara

Wir suchten uns ein tollen Hengst aus und wie durch ein Wunder wurdest du tragend. Am 24 .4.15 wurdest du besamt und schon am 11.5.15 kam die wundervolle Nachricht, dass du tatsächlich tragend bist. Es  war für unseren ganzen Stall das schönste im Jahr 2015.
Wir gingen viel spazieren . Dir ging es gut, dein Bauch wurde runder und unsere Freude auf das Fohlen wurde immer größer. Mal Höhen und Tiefen,  wie ein Hufgeschwür und ein extrem dickes Bein . Ich hatte auf einmal ein schlechtes Gewissen,  was wäre, wenn dir etwas passiert. Am 31.3.16 wurde meine schlimmste Befürchtung wahr.  Auch hier muss ich meinen Dank an unseren Tierarzt aussprechen, ohne ihn wären Lara und „Püppi“ nicht mehr da. Es war eine schwere Geburt,  dir ging es nicht gut. Ich habe dich da liegen sehen und hatte große Angst um dich. Aber auch hier, hast du du wieder Stärke bewiesen und bist die beste Mama auf der Welt.  Wir durften mit deinem Fohlen alles machen,  du hast uns vertraut.

Der Kampf um das Seelenpferd

Ich habe es nicht gemerkt, dass es dir schlecht ging,  nein,  wenn ich es nur geahnt hätte, dann hätte ich es dir nicht zugemutet.  Doch du wolltest mir dieses Fohlen schenken . Du warst stark für mich und für dein Fohlen.  Du warst so stark.
Doch eines morgens konntest du nicht mehr, es ist etwas in deinem Kopf.
Ich bin geschockt, kann meine Angst um dich nicht in Worte fassen. Ich fahre sofort mit dir zur Klinik nach Dülmen. Ich fühlte mich sofort gut aufgenommen. Hier bist du richtig, hier helfen sie dir. Doch deine Diagnose war erschreckend. Du hast uns nie gezeigt, dass du Schmerzen hast. Ich habe es nicht gesehen. Ich bin tief traurig.  Nein, ich werde dich nicht aufgeben. 9 Wochen voller Hoffnung. Täglich sind wir zu dir gefahren. Kein Weg wäre mir zu weit gewesen, wollte einfach für dich da sein.  Danke besonders an Chrissi, du hast mir zur Seite gestanden, warst immer für mich da. Danke auch an Theresia, Michelle, Laura, Hjördis, Didi und Francis, dass ihr immer mit da wart – und auf meine Lara aufgepasst habt.
Spaziergänge und einfach nur bei dir sein. Meine Freundinnen Rosi, Saskia und Steffi, Heike, Anke, Jeanette und Margit- ihr wart auch immer für mich da. Ihr habt mir immer Mut zugeredet. Danke!
Lara und ich fühlten uns bei in der Klinik gut aufgehoben. Die Ärzte haben alles versucht. Immer das beste gegeben, doch wir haben den Kampf verloren. Dein Geist war immer so stark, doch dein Körper wurde immer schwächer. Danke an den behandelnden Arzt, dass er alles versucht hat und Lara nicht aufgeben wollte und Danke, dass der Arzt mir diese schwere Entscheidung abgenommen hat. Schön so einen Menschen in dieser schweren Zeit kennen zu lernen. Danke Niels!
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Lara mit „Püppi“

Der Abschied an der Regenbogenbrücke

Ich war in einem Loch gefallen, was mache ich nur.  Am 08.09.2016 um 11.10 bis du von uns gegangen . Ich habe meine große Liebe,  mein Seelenpferd Lara über die Regenbogenbrücke gehen lassen. Meine Welt bricht zusammen.  Du hast einen würdigen Abschied verdient. Ich habe den besten Stall.  Ich hätte es mir nicht leisten können.  Doch was mache ich. Ich kann dich nicht in dieser Kammer liegen lassen . Ich wäre damit nie klar gekommen. Danke an meine besten Stall Kollegen,  Freunde von Lara und an Niels.  Ihr habt es Lara und mir ermöglicht ans Meer zu kommen. Ich habe es mir immer mit Lara gewünscht.  Wir haben sie einäschern lassen, im Pferdekrematorium Westerhout. Danke an Lea Schenker, die uns in dieser schweren Zeit begleitet hat.

Du wurdest aus der Klinik abgeholt und Lea hat alles organisiert. Wir konnten uns von Dir verabschieden. Haben deinen Kopf auf ein Kissen gelegt , wo wir alle Stallfreunde von dir haben drann schnuppern lassen – und natürlich dein Baby.  Damit du nicht alleine bist. Wir sind alle da.

Ein Versprechen

Sonntag den 11.9.16 sind wir ans Meer gefahren und haben uns von dir verabschiedet.
Ich habe es dir versprochen. Du und ich zusammen am Strand. Ich bin es dir schuldig und ich hoffe du verzeihst mir, wenn ich was falsch gemacht habe. So eine Beziehung ist einmalig. Die gibt es kein zweites mal. Diese Lücke kann Niemand schließen.  Ich bin nicht verrückt,  ich werde immer an unsere schöne Zeit denken.
Durch dich habe ich viele liebe Menschen kennengelernt, die mir wichtig geworden sind, weil sie in dieser Zeit-  für dich und mich –  da waren.. Du bist etwas ganz besonderes.

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Ein Versprechen wird eingelöst

LARA ICH LIEBE DICH FÜR IMMER

DEINE ERIKA
Die Erinnerung wird bleiben.
Wir werden uns wieder sehen.
Danke an meine Tochter,  dass du mich immer aufmuntern willst.
Ich hoffe du galoppierst jetzt glücklich und ohne Schmerzen auf einer großen Wiese und wartest auf mich.

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#MyStory Traumpferd via Facebook gefunden

In unserer Rubrik #MyStory veröffentlichen wir Eure Geschichten, unzensiert und ungefiltert!  Ob Anonym oder mit Namen, ob besonders schön oder traurig. Oder argert dich etwas richtig und du möchtest zum Nachdenken anregen? Wir freuen uns über Eure Einsendungen mit dem Betreff #MyStory an redaktion@horse-flash.com

#MyStory
Am 24. Mai 2012 sah ich auf einer Facebookseite ein Pferd, welches abgegeben werden sollte. Ich habe mich sofort in ihn verliebt und habe mich gleich mit den Leuten in Verbindung gesetzt. Fino, sollte mit Schutzvertrag, vom Tierschutz abgegeben werden.Ich habe dann schnell viele Sachen von mir verkauft, um den Transport finanzieren zu können und um seine „Erstausstattung“ anzuschaffen.

Dann kam der Tag, es war soweit,  wir konnten ihn holen.  Um Fünf Uhr morgens ging es los ins Saarland, also ein mal quer durch Deutschland.  Dort angekommen, war ich erschrocken über dieses riesengrpße Häufchen Elend. Abgemagert und lustlos stand er da. Wir zögerten nicht lange und unterschrieben die Papiere und machten die Transportgamaschen an das abgemagerte Pferd.  Zwei Stunden haben wir gebraucht, um ihn auf den Anhänger zu bekommen.

Die Pflegestelle, wo er bisher stand, hatte mir erzählt, dass er zum Schlachter hätte gehen sollen, da er unreitbar sei.  Angeblich sei er aber vor dem Zustand der „Unreitbarkeit“ schon L Dressuren gelaufen.
Auf dem Weg nach Hause verreckte dann auch noch unser Auto, wir mussten Hilfe holen. Fino hat aber alles so brav gemacht, wir haben natürlich regelmäßig angehalten und ihn gefüttert und getränkt. Als wir dann Nachts um Zwei Uhr endlich im neuen Zuhause ankamen,  haben wir ihn sofort auf den Reitplatz gebracht, wo er die Nacht geschlafen hat. Die nächsten Tage habe ich ihn dann ankommen lassen und versorgt.
Nach 3.Monaten haben wir den Stall gewechselt, Fino ging es zunehmend schlechter und der Tierarzt Marathon begann. Er war nicht nut total Verwurmt, sondern hatte auch noch sehr viele Mangelerscheinungen. Wir konnten alles in den Griff bekommen.

Osteopathen haben seinen Rücken, welcher ihn wohl schwer zu schaffen machte, wieder in Ordnung gebracht.  Laut Papieren hatte sollte er auch Ataxie haben,  meine Tierärzte meinten aber, dem wäre nicht nur, er habe lediglich verlängerte Sehe, das hieße aber nicht, dass er unreitbar wäre, im Gegenteil, er soll, nein – er MUSS bewegt werden!

halle
Fino ist heute ein super Reitpferd

Die ersten (tränenreichen) Trainingseinheiten mit Fino

 Langsam fingen wir mit dem Training an. Stück für Stück.  Es flossen viele Tränen, wir hatten so viele Rückschläge. Es war teilweise so schwer mit ihm, dass ich teilweise kurz davor war, ihn wieder abzugeben. Er konnte mir einfach nicht Vertrauen, ich war eher sein Feind als sein Freund. Ausritte alleine waren unmöglich, Sprünge waren eine Katastrophe (wenn wir denn mal rüber gekommen sind).
Nach zwei Jahren, endlich, der erste Ausritt alleine, es lief stockend, aber es lief. Danach gab es nie wieder Probleme. Der Knoten war geplatzt!
strand
Ausreiten macht mit ihm richtig viel Spaß

Die ersten Turniere

 Wir liefen die ersten Turniere, Dressur und Springen.
Dressur war so „naja“, Model Giraffe und beim Springen waren wir glücklich, wenn wir einen Sprung geschafft hatten. Dann zogen wir von Ostfriesland nach Hamburg.
Hier hatten wir wieder einen Rückschlag, doch ich habe mich nicht entmutigen lassen.
Ich kämpfte weiter. Wir kämpften weiter.
Dann meldete sich auf einmal eine der Vorbesitzer und erzählte mir, Fino war in einem Profistall und da wollte man ihn nicht, wegen seines Taktfehlers.
Fino kannte außer „Ganze Bahn“ und „Zirkel“ rein gar nichts.  Also nichts mit L Dressuren oder ähnlichem.
In den Ställen zuvor waren wir nie zur Ruhe gekommen, nun sind wir endlich im perfekten Stall für Fino, es ist der 6. Stall innerhalb von 2 Jahren.
Jetzt endlich ist alles perfekt.
Fast 5 Jahre hat es gedauert, bis wir komplett zueinander gefunden haben.
Heute zeigt er mir täglich, wie sehr wir uns gegenseitig brauchen.
Wir haben wöchentlich Unterricht, fahren an die Ostsee, springen, reiten mit Halsring und das wichtigste; Ich kann mich zu 1000% auf ihn verlassen! Mittlerweile kann er L Lektionen und A Springen.
Unsere Geschichte soll zeigen, dass man niemals aufgeben soll, dass man kämpfen soll und das jedes Pferd es Wert ist, geliebt zu werden.
Wer weiß was mit Fino passiert wäre, wenn ich ihn nicht gefunden hätte.
pferdfrau
Fino und ich halten zusammen