So verwirren Versicherungen ihre Kunden! Aufgepasst bei der Uelzener Pferdehaftpflicht!

Jeder Pferdebesitzer muss sich mit dem Thema Pferdehaftpflicht auseinander setzen, da Versicherungen nervig sind, ist die Recherche meist kurz und knackig und man nimmt etwas das man selbst oder jemand aus dem Stall kennt. Gerade im Norden ist fast jeder bei der Uelzener, das kann ja dann nicht so schlecht sein, denkt man, bis man genau hinsieht bzw. man dann einen Schadensfall hat. Dies ist ein persönlicher Erfahrungsbericht.

Versteckte Selbstbeteiligungen bei der Uelzener und Schadensfälle, die nicht mit abgedeckt sind

Bei der Uelzener kann man zwischen drei Pferdehaftpflicht Produkten entscheiden: „basis“, „premium“ und „premium plus“, diese Unterscheiden sich vor allem in ihrer „Deckungssumme“, also die Summe, die maximal erstattet wird, wenn es zu einem Versicherungsfall kommt. Da ist schon mal „basis“ nicht zu empfehlen, weil bei einem Personenschaden sind 5 Millionen ja mal gar nichts, zudem ist mir später aufgefallen, dass „basis“ nicht das gleiche abdeckt wie „premium“, dabei dachte ich, die würden sich nur in der höhe der Selbstbeteiligung unterscheiden. Ich habe mich daher für „premium plus“ entschieden, da dies angeblich ohne Selbstbeteiligung ist, und es mir besonders wichtig ist, dass wenn ich mir einen Anhänger leihe von einer Freundin,  die Versicherung auch im Schadensfall zahlt. Da ich genau diesen Fall bereits bei der Rhion hatte und das dann nun plötzlich nicht mehr abgesichert war. (ähnlich wie beim basis Paket von der Uelzener)

„Nein, bei „Mietsachschäden“ (also bei einem geliehenen Anhänger) müssen Sie keine Kosten selber tragen“, so ein Mitarbeiter von der Uelzener, bei der Pferd & Jagd im Dezember 2017

Nun, wenn mir ein Mitarbeiter das zusichert, und ich nicht noch mal genau recherchiere, gehe ich ja davon aus, dass das so stimmt. Tut es aber leider nicht, denn im „basis“ Paket ist dieser Fall überhaupt nicht mit enthalten und wenn ich auf der Website der Versicherung angebe „ohne Selbstbeteiligung“ dann zahle ich dennoch die Selbstbeteiligung beim Anhänger – oder Boxenschaden. Beim Anhänger sind das satte 20% und mindestens 150 Euro. Dies war also schon mal eine Lüge, das „premium plus“ Paket kostet übrigens 180 Euro, wobei ich nicht zu sehr auf den Preis eingehen will, da ich lieber mehr zahle als im großen Schadensfall blöd dazustehen.

Freunde reiten lassen und Forderungsausfall bei der Uelzener

Ich bin tiefer ins Thema eingestiegen, dies war gar nicht so leicht, weil es online nicht wirklich eine ausführliche Beschreibung der Leistungen gibt, sondern eher Stichpunkte. Mir war es wichtig, dass auch mal meine Schwester reiten kann, im „premium plus“ Paket von der Uelzener sind „Gast und Fremdreiter“ mit versichert, mehr als diese Info konnte ich auch nicht finden, habe dann aber etwas dazu beim Thema Reitbeteiligung finden können.

Nicht als Reitbeteiligung genannt werden können Angehörige, die mit dem Versicherungsnehmer in häuslicher Gemeinschaft leben.

Ok, was bedeutet das jetzt? Das meine Schwester keine Reitbeteiligung ist? Ja klar, aber ist sie nun nicht abgesichert weil wir zusammen wohnen? Hier merkte ich, es ist quasi unmöglich, sich online komplett zu informieren, aber den Mitarbeitern kann man ja offensichtlich auch nicht trauen, und bei der Telefonberatung war die Dame am Telefon lediglich im Zoo einem Pferd begegnet. Zudem hatte ich keine Lust einen Termin mit irgendeinen Makler zu machen, der Provisionen erhält und eben nicht unabhängig ist, ich hatte ja bereits mit einem Makler auch bei der Messe gesprochen. Ich wollte einfach online eine Versicherung abschließen, das ist einfach nur zeitgemäß meiner Meinung nach. Da es aber oIch weiß daher bis heute nicht, wie dieser Fall geregelt ist, da es online dazu nur schwammige Aussagen gibt oder sie nicht zu verstehen sind für Leute, die keine Ahnung von Versicherungen haben.

Der Forderungsausfall bei der Uelzener

Zuerst muss man mal wissen was ein Forderungsausfall ist, und diese Info hab ich erst bei den Haftpflicht Helden bekommen,  zumindest so, dass man es verstehen kann. Dort heißt es:

Ausschnitt von den Haftpflicht Helden zum Thema Forderungsausfall

Wenn du auf die Weide gehst, um dein Pferd aus der Herde zu holen und du dabei von einem fremden Pferd schwer verletzt wirst – beispielsweise mit langwierigen Folgen, dann kannst du nur hoffen, dass dieses Pferd einen guten Haftpflichtschutz hat. Das ist aber nicht selbstverständlich und dafür gibt es die Forderungsausfalldeckung. Das ist aktiver Rechtsschutz für dich, damit du deine Forderung durchsetzen kannst und gleichzeitig leistet dieser Baustein, wenn der Pferdehalter nicht zahlen kann. Es wird praktisch also so getan, als wenn der Pferdehalter deine Haftpflichtversicherung gehabt hätte. (Text: haftpflichthelden.de)

Also wenn jemand keine Haftpflichtversicherung für sein Pferd hat und auch nicht zahlen kann aus eigener Tasche, dann hat man einen Forderungsausfall. Es ist wohl noch etwas komplexer man muss da richtig vor Gericht dann gehen, aber zu tief will ich hier dazu nicht einsteigen. Es scheint mir aber ein wichtiger Punkt zu sein, der bei der Uelzener zwar abgedeckt ist, allerdings erst ab einer Forderungssumme von 2500 Euro, das heißt also, bis 2500 Euro ist es eben nicht abgedeckt. Diese ganzen „Mauscheleien“, das Lügen der Mitarbeiter und die wenig übersichtliche Leistungsübersicht bei einem verhältnismäßig teuren Versicherungsschutz, hat mich davon überzeugt, dass der Pferdehaftpflichtschutz von der Uelzener alles andere als fair ist!

Nicht Check24 und anderen Vergleichsplattformen vertrauen

Ich empfehle euch genau zu recherchieren, welche Versicherung zu euren Ansprüchen passt und nicht zu sehr auch Check24 (dort kaufen sich die Versicherungen einfach ein) oder Preise zu vertrauen. Vergleichsplattformen sind meist unseriös, da die Versicherungen dort einfach zahlen um gelistet zu werden. Also informiert euch gewissenhaft und achtet nicht zu sehr auf den Preis, sondern mehr auf die Leistungen als solches!

Tabuthema: Sexueller Missbrauch in Reitställen

Gastbeitrag von Pferdekult.de

Sexueller Missbrauch – Überwiegend sind Mädchen betroffen

Ein Thema, über das nicht gerne geredet wird, ist sexueller Missbrauch. So traurig es ist, findet dieser in allen Bereichen des Lebens statt, macht sogar vor kirchlichen Einrichtungen nicht halt und ist auch im Reitsport genauso häufig zu finden wie in allen anderen Bereichen der Gesellschaft. Vor einiger Zeit berichtete das WDR Fernsehen im Rahmen von Sport im Westen über“Sexueller Missbrauch im Reitsport“.

Häufig betroffen von Belästigung oder gar sexueller Gewalt im Reitsport sind junge Mädchen. Mehr als 200.000 von ihnen sind in Deutschland in einem Reitverein organisiert. Sie alle vereint die Liebe zum Pferd und der Reitstall ist für sie ein wichtiges soziales Umfeld, oft sogar ihre zweite Heimat. Potenzielle Täter nutzen dies schamlos aus und bieten den Mädchen z.B. Extra-Reitunterricht, besondere Unternehmungen mit dem Tier oder das Reiten spezieller Pferde.

Dafür erwarten die Täter manchmal eine Gegenleistung – diese reicht von Körperkontakt bis hin zum Geschlechtsverkehr. So beginnt nicht selten ein Kreislauf der Abhängigkeit und die Betroffenen müssen sich zum Schweigen verpflichten. Dazu wird damit gedroht, dass wenn der Missbrauch ans Licht käme, das Kind alles verlieren würde, Freunde, Pferde und sein zweites zu Hause, den Reitstall.

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Der 20-minütige Film des WDR berichtet von genau so einem Fall: Ein Reitlehrer wurde im Mai zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt, weil er eine 13-jährige Reitschülerin sexuell missbraucht hatte. Der Mann war mehr als 30 Jahre älter als das Kind und hat die Taten weitgehend gestanden. Der Film lässt Betroffene zu Wort kommen und zeigt Strukturen auf, die es Tätern gegebenenfalls leicht machen, mit möglichen Opfern in Kontakt zu kommen.

Die Mutter einer Betroffenen schildert z.B., dass nicht nur die Kinder selbst traumatisiert sind, sondern sich zudem das Familienleben von einem auf den anderen Tag komplett verändern kann. Das beweist auch die Ende 2016 veröffentlichte Studie „Safe Sport“. Sie hat erstmals das Ausmaß sexualisierter Gewalt im Leistungssport beleuchtet und kommt zu dem Ergebnis, dass sexueller Missbrauch im Sport genauso häufig wie in allen anderen Bereichen der Gesellschaft vorkommt.

Demnach haben einer von neun Athleten schwere oder auch länger andauernde sexualisierte Gewalt bis hin zum Geschlechtsverkehr erlebt – Mädchen sind davon häufiger betroffen als Jungen. Wenn man diese Zahl auf die 200.000 Mädchen, die in Reitvereinen eher Breitensport betreiben überträgt, würde das bedeuten: 10.000 Mädchen in deutschen Reitvereinen könnten sexualisierte Gewalt erfahren haben.

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung hat das Problem erkannt und ein umfangreiches Präventionskonzept erstellt. In der Trainerausbildung und auch der Satzung ist Kinderschutz bereits fester Bestandteil. Wer sich nicht daran hält, fliegt aus dem Verband. Bei der FN kümmern sich drei Mitarbeiterinnen um das Thema und es gibt auch eine anonyme Hotline, aber leider mangelt es an der Basis noch weitgehend an Problembewusstsein. Um möglichen weiteren Taten vorzubeugen, sollte daher auf jeden Fall immer eine Anzeige erstattet werden.

Quelle: WDR Westdeutscher Rundfunk

Über den Autor: Dietmar Gerwers steckt hinter der Seite „Pferdekult“. Hier berichtet er über wissenswerte Themen rund ums Pferd. Pferdekult entstand ursprüglich unter dem Namen Hobbyranch.de mit dem Ziel, der Offenstallhaltung von Dietmar Gerwers eine Plattform zu geben, indem er über das Geschehen der kleinen Hobbyranch zu berichten. Mittlerweile erfreuen sich zahlreiche Leser an seinen Erfahungswerte sowie Tipps und Tricks rund um die Pferdehaltung. Schaut doch mal bei Pferdekult vorbei!

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Unsere Pferde werden immer älter

Gastbeitrag von Pferdekult.de

Fütterung und Haltung anpassen

Immer mehr Pferdebesitzer ermöglichen ihren Vierbeinern einen wohlverdienten Ruhestand. Dies ist erfreulich und führt dazu, dass die Pferde in Deutschland immer älter werden. Nach vorsichtigen Schätzungen wächst die Zahl älterer und alter Tiere zusehends. Im Jahr 2015 sollen es etwa 150.000 bis 200.000 Pferde und Ponys gewesen sein, die in einem fortgeschrittenen Alter waren. Laut einer Studie aus der tierärztlichen Praxis sind 30 Prozent der Pferdepatienten mittlerweile 15 Jahre und älter, zehn Prozent sogar 20 Jahre und mehr.

Ich finde zwar, dass 15 oder 20 Jahre noch kein so hohes Alter für ein Pferd sind, aber wenn wir den professionellen Pferdesport betrachten, werden viele Pferde gar nicht erst so alt. Alt muss ja auch nicht zwangsläufig gleichbedeutend mit Krankheit und Gebrechlichkeit sein. Pferdesenioren können gegenüber ihren jüngeren Artgenossen sogar mit vielen Vorteilen auftrumpfen: Übermut wird durch Gelassenheit ersetzt, Elastizität weicht Erfahrung und Kraft wird kompensiert durch Geschick.

Geänderte Ansprüche

Trotzdem stellen ältere Pferde andere Ansprüche an Haltung, Fütterung und Training als ihre jungen Kollegen. Die körperlichen und geistigen Fähigkeiten nehmen mit der Zeit ab und Hormonhaushalt sowie Stoffwechsel werden instabiler. Auch der Verdauungsapparat wird nicht selten anfälliger für Funktionsstörungen. Besonders optisch verändern sich viele Pferde mit vortschreitendem Alter. So wird an Augen, Nasenrücken und Maul das Fell zunehmend grauer, die Konturen des Kopfes wirken schärfer und bei manchen Pferden senkt sich der Rücken.

Mit den körperlichen Einschränkungen verändert sich oftmals auch das Verhalten des Pferdes: Die Flexibilität in Bezug auf seine Reaktionsfähigkeit lässt nach und häufig ist das Pferd nicht mehr so gut in der Lage, auf Umweltreize adäquat zu reagieren und sich auf verändernde Situationen einzustellen. Die visuelle Wahrnehmung nimmt ebenfalls ab, die Leistungsfähigkeit des Gehörs lässt altersbedingt nach und auch die Feinmotorik der Bewegungen wird zunehmend eingeschränkter. Im Prinzip ist es nicht anders als bei uns Menschen.

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Fütterung anpassen

Bei der Betreuung alter Pferde ist daher die Erhaltung oder Verbesserung der Lebensqualität das Hauptziel. Dies betrifft nicht nur eine artgerechte, sondern vor allen Dingen auch altersgerechte Haltung. Dazu gehört auch eine ausgewogene, angepasste Fütterung, da sich mit dem Alter die Nährstoffbedürfnisse des Pferdes ändern. Wie beim Menschen wird der Energiebedarf geringer, da der Grundumsatz sinkt, der Bedarf an qualitativ hochwertigen Vitalstoffen aber steigt.

Gutes Raufutter in Form von Heu bester Qualität sollte auch bei älteren Pferde nach wie vor die Grundlage der Ernährung bilden. Bei Kauschwierigkeiten bedingt durch Zahnprobleme können es auch Gras- oder Heucobs sein, die zur Not eingeweicht werden. Als Ergänzung empfehlen sich entsprechendes Mineralfutter und ausgewählte Kräuter, um den höheren Bedarf an Vitalstoffen abzudecken. Der Artikel „Senioren richtig und lebenslustig füttern“ bietet dazu interessante Informationen.

Bewegung nicht vernachlässigen

Ausreichend Bewegung braut jedes Pferd und für ältere Pferde gilt dies besonders. Genau wie wir Menschen werden auch sie mit zunehmendem Alter steifer und unbeweglicher, wenn sie nicht in Bewegung bleiben. Das beginnt bereits bei der Haltung. Diese sollte genügend Bewegungsanreize bieten und auch den Kontakt zu Artgenossen ermöglichen. Eine reine Boxenhaltung halte ich daher für den Senior genau wie für jedes andere Pferd nicht unbedingt für ideal. Offenstall, Aktivstall oder Paddock Trail sind da häufig die bessere Alternative. Natürlich trifft dies nicht für jedes Pferd zu und als Pferdehalter ist es meine Pflicht, individuell auf mein Pferd einzugehen!

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Zusätzlich kann ein gemäßigtes Trainings- bzw. Bewegungsprogramm dafür sorgen, den Kreislauf des Seniors in Schwung zu halten, arthrotischen Versteifungen der Gelenke vorzubeugen und so sein Wohlbefinden und die Gesundheit zu fördern. Bodenarbeit oder ausgedehnte Spaziergänge bieten hier z.B. tolle Möglichkeiten und gleichzeitig Abwechslung im Pferdealltag. Vergessen dürfen wir als Pferdehalter im Umgang mit dem Pferdesenior allerdings nie, auch die eigenen Ansprüche herunterzufahren und den besonderen Anforderungen unserer Vierbeiner vermehrt Augenmerk zu schenken.

Fazit

Vielleicht wollen wir es nicht immer wahrhaben, aber genau wie bei uns Menschen ist der Alterungsprozess auch bei unseren Pferden etwas ganz Natürliches. Wenn wir gelassen und selbstverständlich damit umgehen, ist es viel einfacher, ihn zu akzeptieren. Natürlich machen uns ältere Pferde manchmal mehr Mühe und stellen auch schon mal besondere Anforderungen. Dennoch sollten wir dankbar sein für die tolle Zeit, die sie uns bis jetzt geschenkt haben und uns darauf freuen, sie auch auf ihrem letzten Lebensabschnitt liebevoll begleiten zu dürfen. Trotz ihres fortgeschrittenen Alters können wir schließlich noch viel Freude mit unseren älteren Pferden haben, wie der Artikel „Altes Pferd und persönliche Entwicklung – geht das überhaupt?“ beweist.

Dies sehe ich bei meiner Warmblutstute Fee, die als ehemalige Zuchtstute mit 12 Jahren zu uns kam und mittlerweile 28 ist. Die Offenstall-Haltung gefällt ihr immer noch sehr gut und wenn es im Winter zu ungemütlich werden sollte, wird sie natürlich auch eingedeckt. Die letzten zwei Jahre war das allerdings nicht nötig. Des weiteren lassen wir es ruhig angehen, vergnügen uns bei entspannter Bodenarbeit, unternehmen regelmäßg ausgedehnte Spaziergänge und genießen das Zusammensein. Ich bin dankbar für jeden Tag, den wir geschenkt bekommen…

Quelle: Anke Klabunde, www.aid.de

Über den Autor: Dietmar Gerwers steckt hinter der Seite „Pferdekult“. Hier berichtet er über wissenswerte Themen rund ums Pferd. Pferdekult entstand ursprüglich unter dem Namen Hobbyranch.de mit dem Ziel, der Offenstallhaltung von Dietmar Gerwers eine Plattform zu geben, indem er über das Geschehen der kleinen Hobbyranch zu berichten. Mittlerweile erfreuen sich zahlreiche Leser an seinen Erfahungswerte sowie Tipps und Tricks rund um die Pferdehaltung. Schaut doch mal bei Pferdekult vorbei!

UPDATE: Betrug mit Pferden bei Pferdeverkaufsplattformen – Jetzt wird es richtig dreist

Wir hatten ja bereits über die Betrüger berichtet, die bei verschiedenen Plattformen potenziellen Käufern hohe Summen aus den Taschen zeihen, indem sie Grand Prix Pferde zum Verkauf anbieten, die natürlich nicht im Besitz der Betrüger sind -> Hier noch mal der Artikel: Vorsicht! Betrug mit Pferden beim Pferdekauf!

Der aktuelle Fall: Das Geld ist weg aber der Betrüger hält weiterhin Kontakt

Nun wir berichteten ja, dass es aktuell einen Fall gibt, wo leider jemand auf die Masche rein gefallen ist und satte 11 000 Euro überweisen hat. Das Pferd sollte am vergangenem Sonntag mit einer Transportfirma von Dublin nach Hamburg reisen. Bereits einen Tag davor wussten die Geschädigten, dass es ein Fake ist und hielten aber weiterhin Kontakt zu den Betrügern, in der Hoffnung, sie würden ihr Geld noch zurück holen können. Man musste ja davon ausgehen, dass der Betrüger dann spätestens am besagten „Auslieferungstermin“ sich das Geld von der Bank holen würde und das Konto löscht. Nun, das Geld ist weg aber der Kontakt nach wie vor da. Der Betrüger bittet den Geschädigten, dass er doch geduldig sein sollte, denn das Pferd steckt in Belgien fest.

Betrüger gibt zu es sei Everdale – aber der Star Hengst sei kastriert

Nachdem nun mehr oder weniger klar ist, dass die Banken das Geld nicht zurück holen können, konfrontiert der Geschädigte den Betrüger damit, dass jenes Pferd ein Start Hengst aus Holland ist und Everdale heißt und eben kein Wallach ist mit DeNiro Abstammung. Darauf hin antwortet der Betrüger „Ja, es ist wirklich der Everdale, da haben wir uns vertan – aber der ist kastriert“ .:D:D:D Nun, der Betrüger ist nach wie vor mit dem Geschädigten im Kontakt und behauptet das Pferd würde einfach fest stecken, weil Papiere fehlen. An Dreistigkeit kaum zu überbieten.

 


Es geht noch dreister: Transportunternehmen will auch abkassieren

Das angebliche Transportunternehmen „Fast to Far Shipping Co LTD“ –  ist bei einfacher Google-Suche leicht zu finden und wird auch als „Fake“betitelt. Denn dort gibt es andere Geschädigte, die zur Kasse gebeten worden sind, damit das Pferd weiter transportiert werden kann. Auch hier geht es wieder rum hohe Summen um die 10 000 Euro bzw. Dollar.

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Quelle: scamwarners.com

Seite von f2fshipping.com ist nun gesperrt

Ein kleiner Erfolg der letzten Woche ist immerhin, dass die Seite f2fshipping.com nun gesperrt ist. Mit diesem Unternehmen wurden bereits zahlreiche Leute über den Tisch gezogen. Allerdings sind weiterhin Pferde im Angebot von den Betrügern im Ausland. Da es extrem schwer ist, gegen Briefkastenfirmen und Betrügern im Ausland rechtliche Schritte einzuleiten, ist es sehr wichtig, dass wenn man eine verdächtige Verkaufsanzeige findet, die Betrüger sofort bei den jeweiligen Portalen gemeldet werden. ehorses hat bereits in einem Kommentar beschrieben, mit wie viel Hochruck sie daran arbeiten, solche Betrüger von der Plattform fern zu halten. Die Hilfe der Community ist hier gefragt, meldet Anzeigen die euch komisch vor kommen, nutzt immer die Goofle – Bilder – Rückwärtssuche, wenn ihr euch nicht sicher seid, ob das ein realistischer Preis für ein Pferd ist. Teilt diese Geschichte mit euren Freunden um es den Betrügern immerhin etwas schwerer zu machen. Wir werden nun Versuchen weitere Schritte gegen die Betrüger zu unternehmen, wir werden euch auf den laufenden halten. Eine gute Nachricht zum Schluss: Everdale steht glücklich und zufrieden weiterhin in Holland – und ist auch nach wie vor Hengst 😀

Vorsicht! Betrug mit Pferden beim online Pferdekauf!

Pferde via ebay Kleinanzeigen oder anderen Verkaufsplattformen zu kaufen, ist längst keine Seltenheit mehr. Mit Videos und Fotos ist so eine Anzeige ja auch viel Aussagekräftiger als in einem Print-Magazin und man erspart sich viele Fahrtwege. In letzer Zeit mischen sich aber immer wieder Betrüger unter die beliebten. Bereits vor einem halben Jahr sind wir so einem Betrüger auf die Schliche gekommen, nun ist er erneut bei den bekannten Plattformen unterwegs und bietet Grand Prix Pferde zum Schnäppchen-Preis an.

Wie Betrüger vorgehen bei Verkaufsplattformen

Bereits mehrere male in den letzen Monaten konnte ein Betrüger Anzeigen bei diversen Pferde-Verlaufsformen einstellen, obwohl wir diesen bereits zwei mal gemeldet hatten. Die Pferde des Anbieters sind meist Top Dressur-Pferde zum Schnäppchen Preis von 11 000 Euro. Sie sind beispielsweise zu finden in Köln oder Düsseldorf, erst wenn man den Verkäufer kontaktiert, informiert er Kaufinteressenten darüber, das jenes Pferd in Dublin steht. Wenn man dann die Google Bildersuche nutzt, stellt man fest, dass die Betrüger Top Dressurpferde nehmen, welche bereits Grand Prix gegangen sind. Besonders dreist ist, dass sie Videos und Fotos von Pferdeleistungsschauen, Körungen oder Turnieren nehmen. Diese Grand Prix Pferde werden dann in den Anzeigen immer als angehende Turnier-Pferde beschreiben, welche gerade M platziert sind in Jungpferde Prüfungen. Einen anderen Namen und eine andere Abstammung gibt’s natürlich auch noch, damit der Schwindel nicht sofort auffällt. Sehr beeindruckend natürlich für einen Laien, so ein Video von einem jungen Pferd, was die Beine schmeißt wie Totilas. Angepriesen werden natürlich auch deutsche Zuchtgebiete mit namenhaften Vererbern wie De Niro oder Donnerhall. In Wahrheit sind es aber fast immer KWPN, also niederländische Warmblüter, die in Holland oder Florida stehen. Da diese bereits mehrfache Grand Prix Erfolge hatten, sind diese Pferde auch im Wert von mehr als 100.000 Euro und stehen auch nicht zum Verkauf.

Die Geschichte der krebskranken Tochter, die gestorben ist

Bei einem E-Mail Kontakt indem dann weitere (geklaute) Videos und Fotos ausgetauscht werden, folgt dann eine emotionale Geschichte, dass die Tochter vor einem halben Jahr an Krebs erkrankt sei und daran gestorben sei. Und nun  müsse dieses M-platzierte Pferd in gute Hände abgegeben werden, da man ihm nicht gerecht werden würde. (siehe Screenshot)

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Quelle: Horse Flash

Nun, wenn man aber unbedingt dieses Pferd haben möchte (ich meine einen Grand Prix Pferd für 11 000 Euro, why not?), dann ist die logische Konsequenz, dass man halt nach Dublin fliegt. Bei der Anfrage das Pferd zu besichtigen, werden die Betrüger aber so richtig kreativ. Denn das Pferd muss ganz schnell weg, der Stall ist abgebrannt, noch irgendwer hat Krebs- oder was auch immer. Also versprechen die angeblichen Verkäufer, dass man das Pferd ja auch 4 Wochen ausprobieren könne und wenn es nicht passen sollte, dann könne man es einfach zurück geben. Also von Dublin nach Deutschland wird natürlich der Transport auch übernommen. Klar, denn dieses Pferd wird niemals bei euch ankommen. Stattdessen bezahlt man vorab und bekommt dafür (gefälschte) Papiere, welche angeblich auch noch vom Notar beglaubigt sind. Das Geld werden die Käufer nie wieder sehen. Wenn man diese Geschichte so liest, dann denkt man: „So naiv kann man doch nicht sein“ – Doch! Leider gibt es Fälle, wo bereits das Geld überwiesen worden ist. Wir selbst kennen bereits einen Fall, der sich so in den letzten Tagen ereignet hat, OBWOHL wir bereits im Juli genau diesen Anbieter bei ehorses gemeldet hatten.

Wie man sich vor Betrügern schützt

Nutzt die Google Bildersuche, denn dort findet man ganz schnell die Original Bilder und stellt fest, dass jenes Pferd für 11 000 Euro, welches als Hannoveraner angegeben wird,  eigentlich ein Grand Prix KWPN ist, und in Holland, Florida oder sonst wo steht – aber eben nicht in Dublin beim besagten Anbieter. Zudem sollte man niemals ein Pferd „blind“ kaufen, also ohne es je gesehen zu haben. Auch wenn es ein „Rückgaberecht“ und „Papiere“ gibt, diese sind extrem leicht zu fälschen. Führt Transaktionen entweder mit Paypal durch oder zahlt es erst, wenn das richtige Pferd auch vor euch steht. Seriöse Händler handhaben es auch nur so.

Die Fälle die uns bekannt sind

Bekannt ist uns die E-Mail Adresse fam.babel.ie@hotmail.com, diese wurde nun bereits öfters verwendet, auch nachdem wir diese angeschrieben hatten, und mit rechtlichen Schritten gedroht haben. In zwei Fällen konnten wir den Kontakt komplett mitverfolgen. Das eine mal handelte es sich um „Ricardo“, der angeblich der verstorbenen Tochter gehört hatte und erste M Platzierungen sich mit ihr sichern konnte. Ricardo war in Wirklichkeit ein Grand Prix Pferd, welches in Florida in einem Top Dressur Stall stand und auch einen anderen Namen trug. Der aktuelle Fall ist Raginwald IV, angeblicher Hannoveraner von De Niro, der in Wirklichkeit Everglade heißt und ein KWPN Hengst ist – zu Hause derzeit in Holland. Falls ihr so eine Anzeige findet solltet, bitte meldet sie sofort bei den jeweiligen Plattformen. Wie der aktuelle Fall ausgeht, wo bereits 11 000 Euro überwiesen worden sind, ist noch unklar, wir halten euch auf dem laufenden!

Missstände in Reitställen: Vom Schimmel im Heu bis zur tödlichen Kolik

Gastbeitrag von Pferdekult

Wer die Homepage der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) besucht, findet dort unter anderem die Aussage: „Das Pferd steht im Mittelpunkt der Pensionspferdehaltung und somit auch seine Ansprüche und Bedürfnisse.“ Dies sollte eigentlich für jede Tierhaltung selbstverständlich sein, leider ist es dies aber nicht. Die Pferdeschutz-Initiative 2015 z.B. erhält fast täglich Hinweise über katastrophale Zustände in Reitställen.

Schimmeliges Heu und Stroh, dreckige Boxen, fehlende oder gesperrte Weiden, schlechte Böden in den Reithallen und auch auf den Außenplätzen sowie Reitanlagenbetreiber, denen der Profit wichtiger als das Wohl der Pferde ist. Dies ist oft Realität in vielen Reitställen, übrigens auch bei FN-geprüften Pensionsbetrieben, die mit dem FN-Grundschild-Pferdehaltung gekennzeichnet sind. Dabei kann das Sparen am falschen Ende (besonders beim Pferdefutter) sogar gefährlich werden, schließlich ist eine häufige Krankheit und Todesursache bei Pferden die Kolik, sie entsteht nicht selten durch fehlerhafte Fütterung.

Pferdeboxen

Damit das Pferd tatsächlich im Mittelpunkt der Pensionspferdehaltung steht, fordert die Pferdeschutz-Initiative 2015 die FN auf, die Voraussetzungen für den Erhalt des FN-Grundschilds-Pferdehaltung und die Anzahl der Kontrollen der FN-geprüften Pensionsbetriebe kritisch zu überprüfen. Wurde zum Beispiel nach erfolgreicher Prüfung ein Pensionsbetrieb mit dem FN-Grundschild-Pferdehaltung gekennzeichnet, erfolgt eine Wiederbesichtigung des Betriebes erst wieder nach drei Jahren.

Aber auch die Politik ist hier gefordert. Um die Missstände endlich abstellen zu können, ist es laut Pferdeschutz-Initiative 2015 dringend erforderlich, die gesetzlichen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass die Anzahl der Kontrollen durch die Behörden von privaten und gewerbsmäßig betriebenen Reitställen erheblich steigt. Außerdem muss die Qualität der Kontrollen verbessert werden sowie die vorherige Anmeldung dieser entfallen, damit das Aufdecken von Missständen erleichtert wird.

Wenn du selbst Kenntnisse über Missstände in Reitbetrieben, bei Reitlehrern, Tierärzten, Hufschmieden oder Ausbildern hast, kannst du dich gerne jederzeit an die Pferdeschutz-Initiative 2015 wenden. Kontakt: Pferdeschutz-Initiative 2015, Bohnenhof 16, 53773 Hennef, Telefon: 02248-9168415, E-Mail: info@pferdeschutz-initiative2015.de,Internet: www.pferdeschutz-initiative2015.de

Über den Autor: Dietmar Gerwers steckt hinter der Seite „Pferdekult“. Hier berichtet er über wissenswerte Themen rund ums Pferd. Pferdekult entstand ursprüglich unter dem Namen Hobbyranch.de mit dem Ziel, der Offenstallhaltung von Dietmar Gerwers eine Plattform zu geben, indem er über das Geschehen der kleinen Hobbyranch zu berichten. Mittlerweile erfreuen sich zahlreiche Leser an seinen Erfahungswerte sowie Tipps und Tricks rund um die Pferdehaltung. Schaut doch mal bei Pferdekult vorbei!

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Pferd eindecken oder ausdecken?

Die Temperaturen fallen Nacht in den einstelligen Bereich und viele Pferdebesitzer stellen sich täglich die Frage: eindecken oder nicht eindecken?  Diese Frage ist erst ein mal gar nicht so leicht zu beantworten, denn sie hängt von zahlreichen Faktoren ab

  • Ist das Pferd geschoren?
  • Steht das Pferd in einem Offenstall?
  • Steht das Pferd in einer Stallung mit anderen Pferden?
  • Ist das Pferd im optimalen Gesundheitszustand?
  • Hat das Pferd genügend Fell geschoben?
  • Ist das Pferd sehr schlank?
  • Hat das Pferd Zugriff zu genügend Raufutter?

Beim eindecken nicht „menschlich“ entscheiden

Diese Fragen können schon mal in eine richtige Führen. Man sollte niemals entscheiden nach eigenem Gefühl. Also ist einem selbst kalt, bedeutet das nicht, das eurem Pferd auch kalt ist. Pferde kommen mit Kälte extrem gut zurecht. Der Komfortbereich liegt zwischen -15 und + 25°C,an dem der Stoffwechsel am besten läuft. Zwischen 5 und 15°C fühlen sich Pferde am wohlsten.  Die “Thermoregulation setzt ab -15°C ein. Sie erhöht sich pro weiteres Minusgrad. Um sich die Sketlettmuskeln warmzuzittern, verbrauchen Pferde 4/5 ihrer Stoffwechselenergie. Sprich, die Pferde sollten mehr Raufutter bei solchen Temperaturen bekommen. Pferde mit Fettpölsterchen sind im Vorteil, denn Pferde mit dickerer Unterhautschicht haben mehr Fettreserve für die Thermoregulation als dünnere Pferde. Schlanke Pferde mit längeren Beinen sind gegenüber kompakten Rassen im Nachteil, da ihre grössere Körperoberfläche mehr Wärme abstrahlt.

Wann muss ich mein Pferd eindecken wenn es nicht geschoren ist?

Wenn das Pferd im optimalen Gesundheitszustand ist, muss es eigentlich bis -15 Grad gar nicht eingedeckt werden, allerdings sollte man hier im Einzelfall genau hinschauen. Ein Pferd, das friert aufgrund seines Körperbaus, braucht entweder mehr Raufutter oder eben eine Unterstützung durch eine dünne Decke. Da in Deutschland die Temperaturen aber selten unter 15% fallen, ist es für den Stoffwechsel des Pferdes gesünder, es nicht einzudecken sondern genügend Raufutter zur Verfügung stellen.

Wann muss ich mein Pferd eindecken wenn es geschoren ist?

Nun das ist die heikelste Frage von allen, denn wenn der natürliche Kälteschutz genommen wurde, ist es sehr schwer die richtige Decke auszuwählen. Hier spielen wieder Körpermaße und Gesundheitszustand eine große Rolle. Um die richtige Entscheidung treffen zu können, sollte man regelmäßig unter die Decke fassen, am besten am frühen Morgen. Ist das Pferd zu warm unter der Decke, sollte man auf jeden Fall eine dünnere Decke verwenden. Tendenziell ist es immer besser eine zu dünne Decke auf das Pferd zu tun, denn „notfalls“ schiebt das Pferd Fell nach und reguliert die Temperaturen selbst. Eine zu dicke Decke kann den Stoffwechsel massiv stören. Achtet während der Deckenzeit auf das Fell, wenn die Decke „zu“ warm wahr, verlieren die Pferde häufig viel Fell beim Putzen.

Ein Pferdetagebuch hilft bei der Deckenwahl

Es kann helfen jeden morgen unter die Decke zu fassen um zu prüfen ob das Pferd unter der Decke eine normale Temperatur hat, zu warm ist oder ob es gefroren ist. Dann kann man dazu immer die Temperatur aufschreiben welche es in jener Nacht gegeben hat. So kann man irgendwann eine Richtung bekommen welche Decke bei welchen Temperaturen und Witterungsbedingungen sinnvoll sein kann.

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