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Tabuthema Schlaufzügel: Wie wieder ohne Hilfszügel reiten?

Das Thema Schlaufzügel sorgt immer wieder für heftige Diskussionen. Fast Niemand reitet damit –  angeblich – doch in vielen Reithallen sieht man die „Hilfszügel“ immer wieder. In den richtigen Händen können auch Schlaufzügel in ausgewählten Fällen eine wichtige Trainingshilfe sein. Leider werden viele Hilfszügel und vor allem Schlaufzügel viel zu oft falsch eingesetzt und schaden dann dem Pferd physisch wie auch psychisch. Nun wenn dann die Einsicht kommt, dass dies nicht der richtige Weg zur Durchlässgkeit ist, stellt man fest: Es ist schwerer als je zuvor ohne den Schlauf- oder Hilfszügel zu reiten. Dieser Artikel soll als Hilfestellung und Denkanstoß fungieren, er ersetzt jedoch keinen Reitlehrer. Wie kommt man also weg vom Schlaufzügel?

Der richtige Reitlehrer

Zunächst ist es wichtig den richtigen Trainer zu finden, der einem bei der „Entwöhnung“ unterstützt. Die ersten Wochen der Entwöhnung ist oft eine große Frustration für den Reiter, da das Pferd es schlicht weg verlernt hat, sich selbst zu tragen. Sucht Euch einen Trainer der Euch in dieser Phase unterstützt und Euch mit Hilfestellungen zur Seite steht und Euch neue Wege aufzeigt. Euer Pferd wird es Euch danken.

Geduld

Wie bereits oben beschrieben, es braucht eine Zeit bis sich Pferd und Reiter wieder ohne Schlaufzügel ein gutes Team sind. Der Schlaufzügel hat das Pferd, bei langer Nutzung, bereits körperlich verändert. Viele Pferde versuchen sich auch den Schlaufzügeln zu entziehen, durch Zunge übers Gebiss legen oder verwerfen im Genick. Auch diese Gewohnheiten verschwinden nicht durch das bloße Verzichten auf der Hilfszügel. Gib deinem Pferd die Zeit sich wieder selbst tragen zu können und nutze Übungen, die dein Pferd dabei unterstützen können. Lerne auch selber wieder dich auf deine Hilfegebungen zu konzentrieren. Hierbei ist eine Sitzschulung an der Longe sehr hilfreich. Verliere nicht die Geduld und bleibe weich in der Hand, auch hier ist ein guter Trainer ein guter Begleiter.

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Pferde versuchen sich dem Zügeldruck zu entziehen

Übungen zur Entwöhnung von Hilfszügeln

Man muss das Pferd natürlich immer als Individuum sehen. Gibt es etwas was deinem Pferd besonders Spaß macht? Konzentriert Euch erst ein mal auf die Sachen wo ihr mit eurem Pferd sicher seid. Das können Beispielsweise Übergänge oder Stangen sein oder aber auch Training im Gelände.

Übergänge reiten

Übergänge reiten bedeutet nicht zwei mal vom Schritt in den Trab zu wechseln, sondern 20 bis 30 mal saubere Übergänge in eine andere Gangart zu reiten. Sucht Euch dazu die sicherste Gangart aus, in die ihr zurückwechseln wollt. Ist Euer Pferd besonders stark im Trab, ist dies immer wieder die Ausgangsgangart. Auch hier ist wieder Geduld und Ruhe im Übergang gefragt. Bereitet das Pferd in Ruhe auf den Übergang vor und wiederholt es so lange, bis ihr eine deutliche Lockerung feststellen könnt. Ihr werdet sehen, Euer Pferd denkt mit, es wartet dann regelrecht auf Eure feinen Hilfen. Diese Übung stärkt nicht nur die Kommunikation zwischen Pferd und Reiter sondern auch die Konzentration und Losgelassenheit.

Stangenarbeit

Wenn wir uns noch mal an die Ausbildungskala erinnern, fällt uns der erste Punkt „Takt“ ein. Die Ausbildungsskala sollte man sich bei jedem reiten vor Augen führen. Ohne Takt – eben auch keine Durchlässigkeit. Eine gute Übung für Takt und Losgelassenheit (zweiter Punkt der Ausbildungskala) – ist die Stangenarbeit mit oder ohne Übergängen. Beginnt mit Trabstangen und misst diese genau ab, am besten mit einem Maßband. Auch hier ist ein ausgebildeter Reitlehrer vom Vorteil, da er die Stangen optimal aus das Pferd einstellen kann. Für ein durchschnittlich großes Warmblut sollten die Stangen im Schritt ca. 80 cm voneinander entfernt platzieren. Im Trab vergrößert man den Abstand auf etwa 110 bis 130 cm und im Galopp auf ca. 240 bis 350 cm, die Abstände variieren nach Größe des Pferdes und Gang. Die Stangenabstände sollten daher unbedingt auf die Schrittlänge des Pferdes angepasst werden, damit es taktmäßig in seinem eigenen Bewegungsrhythmus über die Stangen laufen kann.

Die Übung

Bereite zwei verschiedene Abschnitte mit Stangen vor. Für die Reiter die bereits sicher im Umgang mit Stangen sind, können zwei Abschnitte mit Stangen auf einer gebogenen Linie aufgebaut werden. Anfänger sollten es so simpel wie möglich halten um Taktfehler und Unsicherheit zu vermeiden.

Legt Euch jeweils zwei mal 3-5 Stangen auf die Reitbahn. Der eine Satz wird in Schritt -Abständen gelegt und der andere als Trabstangen. Fortgeschrittene Reiter können hier auch Trab und Galoppstangen legen. Reitet die beiden Stangensätze in Folge. So müsst ihr immer weider Übergänge reiten zwischen den Stangensätzen. Viele Pferde haben daran große Freude und werden dadurch schnell „locker“. Achtet bei der Übung nicht darauf „Das der Kopf unten ist“, sondern auf einen gleichmäßigen Takt, saubere Übergänge und korrektes anreiten der Stangensätze. Pferdia TV bietet da hlfreiche Lehrvideos zum Thema Stangenarbeit auf Youtube.

Das sind nur ein paar wenige Möglichkeiten von vielen. Mit Geduld, Ausdauer, einen Trainer und Ruhe wird es Euch gelingen euer Pferd auch ohne Hilfszügel zu reiten. Voraussetzung dafür ist eine ruhige Hand und ein geschulter Sitz. Hinterfragt Euch immer wieder selbst – und nicht das Pferd, denn das möchte meistens einfach nur alles richtig machen.

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