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Wenn das Pferd über die Regenbogenbrücke gehen muss

Viele Pferdebesitzer müssen sich eines Tages entscheiden, ob sie das Pferd erlösen. Ist diese Entscheidung getroffen, muss man die nächste Entscheidung treffen: Wer holt das tote Pferd ab?

Es gibt kaum eine schlimmere Vorstellung, als das Ende eines langen gemeinsamen Weges mit seinem liebsten Freund auf vier Hufen. Eine Beziehung zwischen Pferd und Reiter ist so magisch, so besonders, dass der Schmerz nahezu unerträglich ist, wenn dieses geliebte Wesen für immer ins Jenseits geht.  Dieser Tag bringt neben Trauer auch eine große Verantwortung mit sich. Nur die wenigsten Pferde sterben an Altersschwäche oder einen anderen natürlichen, schmerzfreien Tod. Viele Pferdebesitzer müssen sich deswegen entscheiden, ob sie das Pferd erlösen. Ist diese unendlich schwere Entscheidung getroffen, muss man die nächste Entscheidung treffen: Wer holt das tote Pferd ab?

Der Abdecker

Meist ist ein Abdecker für eine Region zuständig und kann meist nicht am selben Tag abholen. Manchmal muss daher das Pferd 1-3 Tage „gelagert“ werden, bis der Abdecker das Pferd dann mit einem LKW abholen kann. In der Regel hebt er das Pferd mit einer Art Greifzange hoch und lässt den Leichnam in seinen „Container“ wieder ab. Das ist wenig würdevoll und sicherlich nicht das, was man sich für sein Pferd vorstellt. Der Abdecker sorgt für die vollständige Verwertung des Pferdes, wie zum Beispiel in Tiermehl oder Seife.

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Einäscherung des Pferdes mithilfe einer Tierbestattung

Die Gesetzeslage ließ es bisher in Deutschland nicht zu, dem eigenem Pferd eine würdevolle letzte Reise zu ermöglichen, wie es Hund und Katze längst zugestanden wird. Doch dies hat sich nun seit Februar 2017 geändert, seitdem ist das neue Gesetz in Kraft getreten, welches das einäschern von Pferden und Ponys erlaubt. Für diese Gesetzesänderung hat Lea Schenker jahrelang gekämpft und maßgeblich dazu beigetragen, dass dies nun möglich ist, zumindest rein theoretisch: „Nur, weil es nun „Legal“ ist, heißt es nicht, dass auf einmal hunderte Pferdekrematorien eröffnet werden, im Gegenteil, nach wie vor wird dieses Gesetz nicht offen kommuniziert oder Wege dafür geebnet. Zudem gibt es viele bürokratische Auflagen, die einen reibungslosen Ablauf gewährleisten können. Das fängt schon bei einem Amtstierarzt an, welcher vermutlich nur an Werktagen kommen könnte“, so Frau Schenker. Dies sind unter anderem Gründe, warum Frau Schenker mit dem Pferdekrematorium Westerhout, welches sich in der Nähe von Amsterdam befindet, zusammenarbeitet.

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Foto: Pferdekrematorium Westerhout

 Wie wird mein Pferd abgeholt?

Des Öfteren hat Lea Schenker schon vorab mit den Besitzern Kontakt, wenn es die Erlösung nach einer längeren Krankheit ist und somit die Erlösung geplant wird. Sie rät den Besitzern das Pferd auf einer Wiese erlösen zu lassen, da auch dies das aufladen erleichtert.  „Meine Kollegen kommen mit einem Jeep und Doppelhänger und drehen das Pferd vorsichtig von Hand auf eine Metallplatte, die Platte und nicht das Pferd, wird dann behutsam in den Anhänger gezogen.  Es sind daher keine Ketten notwendig um das Pferd aufzuladen. Das Pferd wird liegend zum Krematorium gefahren“, so die Tierbestatterin. Lea Schenker und ihr Team bieten eine umfassende Betreuung und da gehört auch Trauerbegleitung dazu: „Ich über nicht einen Beruf aus, sondern es ist eine Berufung. Einfach nur Tiere zu bestatten aus Berufswegen, wäre mir einfach zu wenig. Ich bin für die Pferdebesitzer da und ich möchte ihnen den Abschied so liebevoll und stresslos wie nur Möglich bereiten“. Frau Schenker bietet deswegen den Besitzern auch an, die Asche persönlich zu holen und in einer schönen Schmuckbox zu übergeben, denn nichts findet die Bestatterin gruseliger, als 30 Kilogramm Asche mit DHL zu versenden.

„Bei 30 Kilogramm Asche muss man bei der Verpackung kreativ sein, aber eine Plastiktüte via DHL zu versenden, kommt für uns nicht in Frage“, so Lea Schenker.

So liebevoll verpackt kommt die Asche des geliebten Pferdes wieder zurück nach Hause.

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Neben einer liebevollen Urne ist der Tierbestatterin der würdevolle Umgang mit dem toten Tier besonders wichtig. Der Ofen in dem das Pferd eingeäschert wird, hat eine Bodenfläche von 3×5 Meter und verfügt über eine 2,5 Meter große Türe. Durch diese Größe muss kein Pferd gewaltsam in Position gebracht werden.

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Ofen des Pferdekrematoriums Westerhout

Die Kosten für den Transport, Einäscherung sowie das „Rundum-sorglos-Pakets“ liegen zwischen 750 Euro und 3500 Euro. Der Preis variiert je nach Standort des Pferdes, Größe des Pferdes und welche Dienstleistungen man zusätzlich in Anspruch nehmen möchte. Wir finden es eine würdevolle und schöne Möglichkeit, sich von seinem geliebten Freund zu verabschieden. Wir bedanken uns für den detaillierten Einblick in die Arbeit von Frau Lea Schenker.

Habt auch eine besonders emotionale Geschichte mit eurem Pferd? Wir freuen uns über Eure Einsendungen mit dem Betreff #MyStory an redaktion@horse-flash.com

Passend zum Thema: #MyStory Abschied nehmen von meinem Seelenpferd Lara

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